Ökologischer Landbau - ein neuer Blick auf die Erde
Author(s): гл. ас. д-р Василина Манева; доц. д-р Дина Атанасова
Date: 04.05.2014
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In der modernen Welt gibt es mehrere Haupttypen der Landwirtschaft. Der häufigste ist der intensive Typ, der die Erhöhung der Zufuhr von industriellen chemischen Mitteln in den Boden, die Entwicklung neuer Techniken, neuer Technologien usw. beinhaltet. Das Land wird als Mittel betrachtet, um in einer spezifischen landwirtschaftlichen Tätigkeit maximal hohe Erträge zu erzielen. In den letzten Jahrzehnten hat die Intensivierung zu negativen Folgen geführt. Aufgrund des übermäßigen Einsatzes synthetischer Mittel (Pestizide, Mineraldünger, Wachstumsregulatoren) wird die Umweltverschmutzung immer spürbarer. Neben der Verschlechterung der Lebensbedingungen führt dies zu einer erheblichen Zunahme von Gesundheitsproblemen und Maßnahmen zur Naturrehabilitation. In jüngster Zeit wird weltweit die Unangemessenheit einer übermäßigen Chemisierung zunehmend erkannt. Besonders besorgniserregend ist, dass 1/3 der Umweltverschmutzung aus der Landwirtschaft stammt. Daher wurde in den letzten Jahren der biologischen Landwirtschaft große Aufmerksamkeit geschenkt, und in der EU nimmt sie 4,3% ein, während sie in der Tschechischen Republik, Österreich, Estland und Lettland bis zu 15,5% erreicht. Albert Howard (1873–1948) gilt als ihr Begründer. Die biologische Landwirtschaft (ökologischer Landbau, Naturlandwirtschaft, Präzisionslandwirtschaft) ist eine Art der Landwirtschaft, die den Einsatz von Pestiziden, chemischen Düngemitteln, verschiedenen Wachstumsregulatoren sowie gentechnisch verändertem Saatgut ausschließt.
Das Hauptprinzip ist die Untersuchung und Pflege ökologischer Systeme, die Erhaltung der Gesundheit von Boden und Pflanzen als Ganzes. Die biologische Landwirtschaft stützt sich maximal auf Fruchtfolgen unter Einbeziehung von Leguminosen, die Nutzung von Hofpflanzenresten und Gründüngung, biologische und agrotechnische Schädlingsbekämpfung (Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge), eine entsprechende Bodenbearbeitung und Pflanzenernährung mit organischen Düngemitteln, die Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit, die biologische Vielfalt der Arten und das ökologische Gleichgewicht der Umwelt. Der nächste höhere Schritt ist die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Sie existiert seit mehr als 80 Jahren und ist in fast allen Ländern der Welt recht weit verbreitet. Sie entstand als Philosophie und Theorie, basierend auf dem Vortragszyklus von Dr. Rudolf Steiner, den er 1924 auf dem landwirtschaftlichen Gut der Grafen Kaiserlick in Koberwitz, dem heutigen Polen, hielt. Später wurden diese unter dem Titel „Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ veröffentlicht. Die Vorträge und Antworten auf Fragen während des Kurses waren außergewöhnlich reich an Inhalt und Umfang und deckten alle Aspekte der landwirtschaftlichen Arbeit ab. Dieser Kurs markierte die Geburtsstunde der biologisch-dynamischen Landwirtschaftsmethode und damit auch der ökologischen Landwirtschaft. Von Anfang an umfasste die Methode die Schaffung einer umfassenden Ökologie, die sich später nach den Kriegen und der Bewältigung ihrer Folgen erheblich weiterentwickelte.
Vor allem kritisierte Steiner die damals vorherrschende materialistische Weltanschauung. Er arbeitete präzise daran, sie zu erweitern, indem er in seinen Vorträgen einen großen Bogen über Mensch, Tier, Pflanze, Mineral bis hin zum Kosmos mit seinen Sonnen-, Mond- und Planetenrhythmen spannte. Zentral ist dabei die Idee, den landwirtschaftlichen Betrieb, einschließlich all dieser Elemente, als natürlichen Organismus, als landwirtschaftliche Individualität zu betrachten. Er stellt einen in sich geschlossenen Organismus dar, in dem Prozesse ablaufen, und er verbindet sich mit der Welt wie jeder andere lebende Organismus auf der Erde. Er sollte fast alle notwendigen landwirtschaftlichen Produkte selbst erzeugen. Dazu gehört auch eine entsprechende Tierhaltung. Hans Heinze, einer der Gründer des Forschungskreises für biologisch-dynamische Landwirtschaft, schreibt dazu: „Ein zentraler Aspekt der landwirtschaftlichen und gärtnerischen Arbeit ist die Verknüpfung aller Tätigkeiten im Pflanzenbau so, dass sie zum Aufbau des Bodens, zur Erhaltung und Entwicklung des Erdelementes beitragen.“ Dazu gehört aber auch die Sorge um die Artenvielfalt der Pflanzen durch Fruchtwechsel, die Pflege von Windschutzhecken und lebenden Grenzen sowie die Landschaftsgestaltung. Ausgleichende Prozesse, einschließlich der Aktivität von Regenwürmern, Bienen und Vögeln, sowie die Anwendung von kompostiertem biologisch-dynamischem Wirtschaftsdünger von Nutztieren, sind von großer Bedeutung. Rudolf Steiner zeigt, wie ein tiefes Verständnis der alten traditionellen Landwirtschaft bekannten Zusammenhänge wie Kompostierung, Gründüngung und Wiesenpflege genutzt werden können, gibt aber auch andere Hilfen zur Aktivierung konstruktiver und regulierender Prozesse.
