Gemeinsame Europäische Proteinstrategie
Author(s): Растителна защита
Date: 13.12.2016
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Unter der Schirmherrschaft der österreichischen Sojaorganisation „Donau Soja“ und des ungarischen Landwirtschaftsministers István Nagy fand am 24. November in Budapest, Ungarn, der vierte Donau Soja Kongress statt. Im Rahmen der Veranstaltung einigten sich hochrangige Vertreter der Landwirtschaftsministerien Deutschlands, der Slowakei, Moldawiens und Serbiens auf eine gemeinsame Vision für die europäische Proteinstrategie. Die Erhöhung des Proteinangebots für Futtermittel in Europa auf 50 % und die Produktion von zertifiziertem Sojasaatgut sollen die Entwicklung von Proteinpflanzen auf dem Alten Kontinent sicherstellen.
Die gemeinsame Vision der Kongressteilnehmer sieht vor, dass 50 % des Proteinangebots für Futtermittel in Europa durch lokale Hülsenfrüchte und in Europa produziertes Soja bereitgestellt werden. Um dies zu erreichen, müssen die für Mischfutter benötigten Sojamengen reduziert und der Anbau von Soja und anderen Hülsenfrüchten gesteigert werden. Das Engagement für eine nachhaltige Sojaversorgung wird die Fruchtfolge, die ländliche Entwicklung sowie die Integration Europas in Ost-West-Richtung fördern, wurde in den Reden auf dem Donau Soja Kongress betont.
Der Präsident des Vereins „Donau Soja“, Matthias Krön, merkte an, dass derzeit nur 2 % der europäischen Ackerfläche mit Hülsenfrüchten bestellt sind. „Um den Anbau von Hülsenfrüchten zu steigern, müssen Landwirte auf die richtige Weise incentiviert werden. Dies kann nur durch den Erhalt einer funktionierenden und nachhaltigen Lebensmittelindustrie erreicht werden, die direkt von der Stabilität von Menge, Ertrag und Qualität abhängt“, so Matthias Krön.
Die Hauptherausforderung und Aufgabe der europäischen Landwirtschaft ist es, ihre Unabhängigkeit und eine ökologisch nachhaltige Proteinversorgung sicherzustellen. Daher spielt der Umstieg auf zertifiziertes Sojasaatgut aus Europa eine Schlüsselrolle, denn nur so können langfristige wirtschaftliche und ökologische Vorteile gewährleistet werden, führte der Präsident des Vereins „Donau Soja“ in seiner Rede weiter aus.
Die Vorsitzende des Instituts für Agrarstrategien und Innovation, Svetlana Boyanova, war die bulgarische Delegierte auf dem vierten „Donau Soja“ Kongress.
Der Verein „Donau Soja“ ist eine Nichtregierungsorganisation, deren Initiative für GVO-freies Soja eine bedeutende Rolle im europäischen Agrarsektor spielt. Der „Donau Soja“ Verein arbeitet mit dem Ziel, die Bedingungen für den erfolgreichen Anbau von Proteinpflanzen in Europa und für einen minimalen Sojaimport objektiv zu verbessern.
„Donau Soja“ verbindet die Zivilgesellschaft, politische Entscheidungsträger und Schlüsselunternehmen aus allen Sektoren entlang der Wertschöpfungskette, von der GVO-freien Saatgutproduktion bis zur Herstellung von Lebensmitteln tierischen und pflanzlichen Ursprungs. Der Hauptsitz von „Donau Soja“ befindet sich in Wien. Die Organisation besteht aus 240 Mitgliedern aus ganz Europa und verfügt insgesamt über sechs Regionalbüros in Österreich, Deutschland, Serbien, Rumänien, der Ukraine und Moldawien. Donau Soja hat zudem Vertretungen in Polen und Italien. Fünfzehn Länder haben die „Erklärung zur Förderung der Produktion von GVO-freiem Soja in Europa“ unterzeichnet. Der Verein wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und von der Österreichischen Entwicklungsagentur unterstützt. www.donausoja.org
Donau Soja – eine Chance für die Entwicklung von Soja in Bulgarien
