Der deutsche Mischkonzern Bayer ist nun der größte Hersteller im Bereich der Agrarchemie.
Author(s): Нора Иванова, Редактор Растителна Защита /РЗ/
Date: 15.09.2016
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Nach mehreren angespannten Monaten der Verhandlungen und einer sukzessiven Erhöhung des Wertes des Kaufangebots hat das amerikanische Unternehmen Monsanto die Bedingungen von Bayer akzeptiert. Der deutsche Pharmariese Bayer erwarb das amerikanische Biotechnologieunternehmen Monsanto für 66 Milliarden Dollar.
Der deutsche Pharmariese Bayer erwarb das amerikanische Biotechnologieunternehmen Monsanto für 128 Dollar (114 Euro) pro Aktie, was einem Wert von 66 Milliarden Dollar (fast 59 Milliarden Euro) entspricht. Dies gab das deutsche Unternehmen nach einer Sitzung des Aufsichtsrats bekannt. Der Deal wurde kurz vor Beginn des Aktienhandels in den USA am Mittwoch angekündigt. Nach der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden in Amerika und Europa dieser historischen Fusion der beiden Agrarkonglomerate wird Bayer zum größten Hersteller von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Die Deutschen hatten im Mai offiziell angekündigt, ihren amerikanischen Konkurrenten übernehmen zu wollen. Seitdem wurde das Angebot des in Leverkusen ansässigen Unternehmens mehrfach von 62 auf 66 Milliarden Dollar erhöht.
Die Transaktion soll 2017 abgeschlossen werden
Damit der Deal in Kraft treten kann, muss er auch von den Aktionären von Monsanto und entsprechend von den europäischen Kartellbehörden genehmigt werden. Bestimmte regulatorische Hürden werden erwartet, da einige der Chemikalien der Amerikaner nicht für den Vertrieb in Europa zugelassen sind. Im Falle einer Nichtgenehmigung des Deals durch die Kartellbehörden der Europäischen Union hat sich die Führung der deutschen Gruppe im Voraus gegen einen möglichen Rückzug abgesichert und eine Vertragsstrafe in Höhe von 3 Milliarden Dollar vereinbart.
Die Frage der Finanzierung der Fusion der beiden Unternehmen ist ebenfalls noch nicht geklärt. Nach ersten Angaben sollte Bayer mit Eigenmitteln zahlen, doch kurz nach der Ankündigung des ersten Übernahmeangebots im Mai wurde klar, dass der Deal durch Schulden finanziert werden soll, deren Anteil noch unbekannt ist. Die Verhandlungen waren stark umstritten, nachdem Bayers Aktionäre, unterstützt von der DZ Bank, erklärt hatten, dass der vorgeschlagene Preis für das Budget des deutschen Unternehmens viel zu hoch sei. Eine Kampagne massiver Unzufriedenheit gegen Bayers Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann, der seine Position nur drei Monate vor Beginn des Fusionsplans der beiden Unternehmen angetreten hatte, wurde ebenfalls im Internet verbreitet.
Bayer: Ein europäischer und globaler Riese mit einem neuen Portfolio
Die Übernahme von Monsanto wird den bereits eingeschlagenen Weg der Veränderungen in der Geschäftsstruktur des europäischen Chemiekonglomerats festigen. Das Pharmasegment wird zugunsten von Agrarprodukten verkleinert, von denen erwartet wird, dass sie die Hälfte der Gewinne im Vergleich zu 30 % im Jahr 2015 erwirtschaften.
Laut Werner Baumann wird die Fusion der beiden Gruppen und ihre langfristige Entwicklung hin zur Landwirtschaft den Bedürfnissen des wachsenden Anteils der Weltbevölkerung gerecht. UN-Statistiken deuten darauf hin, dass die Erdbevölkerung bis 2050 auf 10 Milliarden Menschen ansteigen wird. Die Konsolidierung zielt auch darauf ab, die Fähigkeiten der beiden Unternehmen zu stärken. Monsanto bleibt ein führender Vorreiter mit umfangreicher Erfahrung in der Züchtung und genetischen Modifikation von Saatgut sowie in der "digitalen Landwirtschaft", während Bayer sein Geschäft mit der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln in einem sich ständig verändernden landwirtschaftlichen Umfeld erfolgreich entwickelt.
Der globale Agrarmarkt für Agrarchemikalien und Saatgut befindet sich im Wandel
In letzter Zeit ist eine Umstrukturierung des globalen Geschäfts mit Saatgut und Pflanzenschutzmitteln zu beobachten, die durch eine Marktstagnation verursacht wird. Erst kürzlich haben die amerikanischen Behörden die Übernahme des Schweizer Unternehmens Syngenta durch die chinesischen Staatsunternehmen ChemChina genehmigt. Im Dezember letzten Jahres kündigten auch Dow Chemical und Dupont ihre Fusion an.
