Kleine Muttergottes - die Geburt der neuen Agrarsaison

Author(s): Растителна защита
Date: 08.09.2016      2455

Die Geburt der Theotokos fällt mit dem Beginn der neuen landwirtschaftlichen Saison zusammen. Die rituellen Praktiken sind von der Idee dieses Wendepunkts geprägt: Sie zielen darauf ab, Fruchtbarkeit, Ergiebigkeit und Gesundheit durch Getreide- und Tieropfer zu gewährleisten.
Heute, am 8. September, feiert die orthodoxe Kirche die Geburt der Allerheiligsten Gottesgebärerin – die Kleine Gottesmutter. Der Tradition zufolge kneten die Hausfrauen am frühen Morgen einen großen Laib Brot – das „Gottesmutterbrot“ – von dem sie jedem Familienmitglied ein Stück geben und eines für das Haus zurücklassen. Sie backen auch Kurabii, Gevrekcheta und kleine Süßigkeiten, die zusammen mit Kleidung und Geld an Waisenkinder verteilt werden.
In den meisten Regionen wird zwischen der Großen und der Kleinen Gottesmutter nicht gewebt, genäht (und an manchen Orten auch kein Teig geknetet), damit die Kinder gesund bleiben. Zwischen den beiden Gottesmutterfesten werden die meisten frühlingsblühenden Stauden und Sträucher verpflanzt und vermehrt – Pfingstrosen, Schwertlilien, Flieder. Das Fest der Kleinen Gottesmutter ist auch von dorfweiten Jahrmärkten, Versammlungen und Liedern geprägt; meist in der Nähe von Kirchen, Klöstern und Schreinen, die mit der Muttergottes in Verbindung stehen. An manchen Orten wird ihr zu Ehren auch ein Opferlamm – ein Widder – geschlachtet.
Der Geburtstag der Theotokos fällt mit der Geburt der neuen landwirtschaftlichen Saison zusammen. Die rituellen Praktiken sind von der Idee dieses Wendepunkts geprägt: Sie zielen darauf ab, Fruchtbarkeit, Ergiebigkeit und Gesundheit durch Getreide- und Tieropfer zu gewährleisten. So beginnt im Volkskalender unter der Schirmherrschaft der Muttergottes der neue landwirtschaftliche Zyklus.