Die Europäische Kommission verlängerte die Zulassung von Glyphosat.

Author(s): Нора Иванова, Редактор Растителна Защита /РЗ/
Date: 30.06.2016      2993

Einen Tag vor Ablauf der Glyphosat-Zulassung beschloss die Europäische Kommission, die Genehmigung für dessen Verwendung um 18 Monate zu verlängern. Dieser verhängnisvolle Schritt wurde von verschiedenen europäischen Umweltorganisationen eher kritisch aufgenommen, die seit Monaten versuchen, die schädlichen Auswirkungen des Wirkstoffs auf Mensch und Umwelt nachzuweisen.

Die Europäische Kommission erneuerte die Zulassung für Glyphosat um 18 Monate. Bis zum Ende dieser Frist soll die Europäische Chemikalienagentur einen detaillierten Bericht erstellen und veröffentlichen, der klärt, ob der Wirkstoff tatsächlich das Krebsrisiko in lebenden Organismen erhöhen kann.

Ursprünglich beabsichtigte die Kommission, die Zulassungsdauer um 15 Jahre zu verlängern, doch nach Druck einiger Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments wurde ein Kompromiss von 18 Monaten erzielt.

Der mangelnde Rückhalt der EU-Mitgliedstaaten und die Unfähigkeit, eine qualifizierte Mehrheit zu der Frage zu erreichen, übertrug die volle Verantwortung für die Entscheidung auf die Europäische Kommission.

Mit der getroffenen Entscheidung sind weder Umweltorganisationen noch Unternehmen, die mit der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln befasst sind, zufrieden. Während Erstere hoffen, dass das umstrittene Pestizid vollständig vom Markt verschwindet, fordern landwirtschaftliche Unternehmen eine Verlängerung der Nutzungsgenehmigung um weitere 15 Jahre.

Glyphosat ist eine der am häufigsten verwendeten chemischen Substanzen, auf der ein Großteil der weltweit zugelassenen und angewendeten Breitbandherbizide basiert. Im März 2015 entbrannte der Streit über die mit der Verwendung von Glyphosat verbundenen Risiken erneut, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem eigenen Bericht den Stoff als „wahrscheinlich krebserregend“ einstufte. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuften ihn jedoch als „nicht krebserregend“ ein. Die Kontroverse vertiefte sich im Mai 2016 noch weiter aufgrund einer neuen Expertenbewertung der Weltgesundheitsorganisation, die zu dem Schluss kam, dass Glyphosat kein Krebsrisiko darstellt.