Wiener Botanischer Garten

Author(s): Нора Иванова, Редактор Растителна Защита /РЗ/
Date: 26.04.2016      3481

Wir haben den Frühling mit einem Spaziergang im Wiener Botanischen Garten begrüßt, der zu den ältesten in Europa zählt und seine Traditionen bis in die Zeit Maria Theresias und des berühmten Botanikers Nicolaus von Jacquin zurückverfolgen kann. Jedes Jahr Mitte April findet im Garten auch die beliebte Raritätenbörse statt, von der begeisterte Gärtner exotische Samen, Blumen und Gemüse mit nach Hause nehmen können.

Der Botanische Garten der Universität Wien erstreckt sich über acht Hektar und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Gärten des Belvedere-Schlosses im dritten Wiener Gemeindebezirk. Verfolgt man seine Geschichte zurück, gelangt man ins Jahr 1754, als Kaiserin Maria Theresia den Hortus Vindobonensis Botanicus gemeinsam mit dem berühmten Botaniker Nicolaus von Jacquin gründete, der auch einer der ersten Direktoren des Gartens war. Sein Sohn Joseph von Jacquin folgte ihm in dieser Position und arbeitete mit einer Reihe weiterer Botaniker des Landes zusammen. Das Gebäude des Botanischen Instituts wurde 1905 eröffnet. Der Arzneipflanzengarten, der im Barockstil gehalten ist, stammt ebenfalls aus dem Jahr 1754 und gehört zur Medizinischen Fakultät der Universität Wien.

Leider wurden während des Zweiten Weltkriegs das Institut und seine Gewächshäuser (rund 1.500 Quadratmeter) bei der Bombardierung der Stadt vollständig zerstört. Sie wurden später renoviert und instand gesetzt, sind aber nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie werden hauptsächlich für wissenschaftliche Zwecke genutzt, beherbergen aber gelegentlich Sonderausstellungen, zu denen Besucher Zutritt haben. Nach bestimmten Umgestaltungen repräsentiert der Botanische Garten heute eine Synthese aus Gartenlandschaften des 19. Jahrhunderts und spezifischen Funktionsgebäuden der Gegenwart. Mehrere kleinere Bereiche im Garten sind spezifischen Themen gewidmet, wie Nutzpflanzen, Alpenflora, Pflanzenarten in Österreich, Pflanzengenetik und Evolution. Hier kann man sich im Bambuswald "verlieren", der weitgehend zur Prävention der globalen Erwärmung eingesetzt wird.

Heute können in den Gärten mehr als 9.000 Pflanzenarten besichtigt werden, darunter baumartige tropische Arten, wobei besonderes Interesse Familien wie Annonaceae, Rubiaceae, Gesneriaceae, Bromeliaceae und Orchidaceae gilt.

Raritätenbörse

Zum 16. Mal präsentierte die vom Botanischen Garten der Universität Wien organisierte Pflanzenbörse seltene und ungewöhnliche Pflanzen und Samen aus aller Welt. Unternehmen und Organisationen im Bereich der Gartenbaukunst, darunter Mitarbeiter des Botanischen Gartens, private Anbieter, Sammler und Experten, zeigten eine breite Palette unbekannter Pflanzenarten und hielten informative Seminare für alle ab, die in die Welt der Pflanzen eintauchen wollten. Wir erfuhren kurioses über die Herkunft der ersten Pflanze und über die "Strategien", die Pflanzenarten im Laufe der Zeit entwickelt haben, um unter ungünstigen Bedingungen zu überleben, wie sie miteinander kommunizieren, wie sie sich fortpflanzen und warum das Leben auf dem Planeten Erde ohne ihre Existenz undenkbar ist.