Neue Schädlinge, die Tomaten in Europa befallen
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Date: 13.03.2016
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Zu den Schädlingen mit hohem Risiko für die Länder der EPPO-Region gehören folgende Arten aus der Familie Noctuidae: Chrysodeixis (Pseudoplusia) includens (Lepidoptera: Noctuidae), Spodoptera ornithogalli (Lepidoptera: Noctuidae) ("Gelbstreifen-Heerwurm"), Heliothis virescens (Lepidoptera: Noctuidae) (Tabakkapseleule)
Chrysodeixis (Pseudoplusia) includens (Lepidoptera: Noctuidae)
Wirtspflanzen: C. includens ist polyphag und befällt Pflanzen aus 28 Familien, gilt aber hauptsächlich als Schädling an Sojabohne und Tomate. Unter den anderen Pflanzen sind Luzerne, Tabak, Bohne, Sojabohne, Mais, Baumwolle, Kohl, Salat sowie Zierpflanzen wie Geranie, Hibiskus, Pelargonie, Chrysantheme und andere zu nennen.
Schaden: Die Falter legen ihre Eier auf den Blättern ab; die Larven fressen an diesen oder an den Früchten (bei Tomate fressen die Larven im Inneren der Frucht) und verpuppen sich auf den Blättern. Obwohl es viele Pflanzen befällt, wird an den Hauptwirten – Sojabohne und Tomate – folgender Schaden beobachtet:
- Bei Tomate fressen die Larven hauptsächlich an den Früchten, selbst wenn Blattmasse verfügbar ist.
- Bei Sojabohne wandern die Larven, nachdem sie das Laub vollständig zerstört haben, zu den Hülsen und fressen an diesen.
Verbreitung: In den USA überwintern die Adulten (Falter) in den südlichen Bundesstaaten, wo es wärmer ist (Florida und Südtexas). Nach der Erwärmung im Frühjahr wandern sie nordwärts in die anderen Bundesstaaten. Das Klima in den südlichen Bundesstaaten ähnelt dem im Mittelmeerraum. Bei Einschleppung nach Europa könnten die Falter erfolgreich überwintern und im Frühjahr in andere, nördlichere Länder wie Bulgarien wandern.
Einschleppungswege: Obst und Gemüse, Pflanzgut, Schnittblumen, Hülsen von Wirtspflanzen aus Ländern, in denen sie vorkommen.
Mögliches Risiko: Die Risikoanalyse wird als hoch eingestuft, da C. includens ein breites Spektrum an Wirten befällt, die in den Ländern der Region angebaut werden. Wenn der Schädling eingeschleppt wird, wird er in den Mittelmeerländern überwintern und nordwärts wandern können.
Spodoptera ornithogalli (Lepidoptera: Noctuidae) ("Gelbstreifen-Heerwurm")
Wirtspflanzen: Polyphag, befällt ein breites Spektrum an Pflanzen wie Tomate, Paprika, Aubergine, Kartoffel, Tabak, Zwiebel, Erdnuss, Familie Brassicaceae, Cucurbitaceae, Baumwolle, Flachs, Reis, Mais, Bohne, Erbse, Sojabohne, Sonnenblume, Luzerne, Karotte, Gurke, Zuckerrübe, Spargel.
Schaden: Der Falter legt seine Eier auf den Blättern ab. Nach dem Schlüpfen fressen die Larven an diesen, aber auch an den Früchten von Tomate, Paprika, Baumwolle. Der Schädling verpuppt sich im Boden. S. ornithogalli wird als bedeutender Schädling im Süden der USA an Gemüse genannt: Tomate, Paprika, Hülsenfrüchte, Kürbisgewächse sowie Tabak, Sojabohne, Mais, Luzerne.
Verbreitung: Über kurze Distanzen verbreitet er sich durch den Flug der Adulten.
Einschleppungswege: In neue Gebiete wird der Schädling mit Gemüsefrüchten, Pflanzgut, Schnittblumen von Wirtspflanzen eingeschleppt, die aus Ländern stammen, in denen S. ornithogalli vorkommt.
Mögliches Risiko: S. ornithogalli befällt viele Kulturpflanzen, die für Europa von primärer Bedeutung sind. Laut der Studie der Europäischen und Mittelmeerländischen Pflanzenschutzorganisation (EPPO) besteht ein hohes Risiko der Einschleppung des Schädlings in die Region. Er kann im Norden nicht überwintern, aber während der Vegetationsperiode könnte er sich ausbreiten und in Gewächshäusern etablieren.
Heliothis virescens (Lepidoptera: Noctuidae) (Tabakkapseleule)
H. virescens ist polyphag und befällt 55 Arten aus 14 Familien. Tomate, Tabak, Kartoffel, Baumwolle, Hülsenfrüchte, Mais, Paprika, Salat, Mais sowie Blumen wie Geranie, Leberbalsam, Chrysantheme, Gardenie, Petunie, Eisenkraut, Zinnie und andere.
Schaden: Die weiblichen Falter legen ihre Eier an den blühenden oder fruchtenden Pflanzenteilen ab und die geschlüpften Larven fressen an Blättern, Blüten und Früchten. Die Larven schädigen oder zerstören Knospen und Blüten, können in die Früchte eindringen und an den Samen fressen. Sie verpuppen sich im Boden. Der Schädling verursacht erhebliche Schäden an Tomate, Tabak, Baumwolle und Mais.
Verbreitung: Die Falter können über lange Strecken fliegen. In Nordamerika überwintert der Schädling in den südlichen Teilen und breitet sich im Sommer durch den Flug der Falter nordwärts aus.
Einschleppungswege: Gemüsefrüchte, Pflanzgut, Schnittblumen, Erde aus Ländern, in denen H. virescens vorkommt.
Mögliches Risiko: Tomate und die anderen Wirtspflanzen sind Hauptkulturpflanzen für Europa. Laut der Studie der Europäischen und Mittelmeerländischen Pflanzenschutzorganisation (EPPO) sind die klimatischen Bedingungen geeignet und das Risiko der Einschleppung des Schädlings ist hoch, insbesondere für die südlichen Teile der Region, wo er überwintern kann.

