Schnitt an den Sämlingen
Author(s): Растителна защита
Date: 28.02.2016
13947
Umfallkrankheit ist eine weit verbreitete Krankheit von großer wirtschaftlicher Bedeutung, die Sämlinge aller Gemüsekulturen befällt. Es werden zwei Arten unterschieden: die sogenannte falsche Umfallkrankheit, die auf ein ungünstiges Mikroklima zurückzuführen ist, und die echte Umfallkrankheit, die durch pathogene Bodenpilze verursacht wird.
1. Falsche Umfallkrankheit. Sie wird durch hohe Temperaturen und Überhitzung der oberen Bodenschicht verursacht. Nach dem Herausziehen der Pflanze stellt man fest, dass der Stängel unterhalb der geschädigten Stelle gesund ist.
2. Echte Umfallkrankheit. Sie wird durch bodenbürtige Pilzpathogene (Pythium, Rhizoctonia, Phytophthora) verursacht. Die ersten Symptome sind ein Unterboden-Abschnüren, das zum Absterben keimender Samen führt. Nach dem Auflaufen erscheint an der Stängelbasis ein nasser Fleck, der sich ringförmig ausdehnt, sich dunkel verfärbt, dünner wird und das Gewebe fault. Die Pflanzen welken und fallen um, als wären sie abgeschnitten, woraus die Krankheit ihren Namen hat. Zunächst sterben einzelne Pflanzen ab, dann die benachbarten und so weiter, wodurch Flecken verschiedener Größe entstehen, die Infektionsherde darstellen. Das Auftreten, die Entwicklung und die Ausbreitung der Umfallkrankheit werden durch die Wachstumsbedingungen begünstigt – hohe oder niedrige Temperaturen, hohe Bodenfeuchtigkeit oder Trockenheit, Düngung mit hohen Stickstoffgaben, hohe Salzkonzentration, unzureichende Lichtverhältnisse, übermäßige Pflanzendichte.
Die Bekämpfung der Umfallkrankheit bei Sämlingen ist komplex: Beseitigung der Primärinfektion, Verwendung von desinfiziertem Saatgut, Aussaat in desinfizierten Mist-Erde-Gemischen, Sicherstellung einer optimalen Pflanzendichte, Aufrechterhaltung eines optimalen Mikroklimas in den Anzuchteinrichtungen, wobei der Temperaturunterschied zwischen Nacht und Tag 6–8°C nicht überschreiten sollte. Bei Auftreten von Symptomen wird die Bewässerung reduziert und die Sämlinge mit einem trockenen Gemisch abgedeckt. Bei der Anzucht von Sämlingen in Freilandbeeten sollten gut drainierte Böden an luftigen Standorten gewählt werden.
Im Falle des Auftretens der echten Umfallkrankheit werden erkrankte Pflanzen zusammen mit den angrenzenden gesunden entfernt und vernichtet, und die Stellen werden mit einer 2%igen Lösung von Kupfersulfat oder Ammoniumnitrat bewässert. Zur Bekämpfung der Krankheitserreger werden die Pflanzen mit Lösungen von hierfür zugelassenen Fungiziden gegossen: Proplant 722 SL 0,1% bei einer Aufwandmenge der Arbeitslösung von 5 l/m²; drei Anwendungen von Topsin M 70 WP 0,15% für Gurken und Tomaten in Gewächshäusern: I – 3 Tage vor dem Vereinzeln bei 3 l/m², II – 3 Tage vor dem Umpflanzen bei 50 ml Lösung pro Pflanze, III – 10 Tage nach dem Umpflanzen bei 200 ml Lösung pro Pflanze. Für eine bessere Wirksamkeit gegen alle Erreger der Umfallkrankheit werden auch Kombinationen der genannten Fungizide empfohlen. Bei Verwendung von nicht desinfizierten Mist-Erde-Gemischen wird deren Beet vor der Aussaat der Samen mit 3–4 g/m² Kupferoxychlorid oder Funguran bestäubt und nach dem Abdecken mit einer 0,5%igen Bordeauxbrühe bewässert.
