FRUIT LOGISTICA 2025: Plattform für Wissensaustausch und Partnerschaften

Author(s): Растителна защита
Date: 08.02.2025      687

Anfang Februar war Berlin erneut Gastgeber der internationalen Fachmesse für Profis aus dem Bereich Obst- und Gemüseproduktion und -vertrieb. Vom 5. bis 7. Februar war die deutsche Hauptstadt Schauplatz der FRUIT LOGISTICA 2025. Mit über 2.600 Ausstellern aus mehr als 90 Ländern hat sich die Veranstaltung im Laufe der Jahre als dreitägiges Forum etabliert, das alle Aspekte der Lebensmittelkette abdeckt – von der Züchtung neuer Sorten für den Markt über globale Verbrauchertrends bis hin zu Handel und Innovation in beiden Sektoren.

Das Motto „Useful Connections“ der FRUIT LOGISTICA 2025 unterstrich den Fokus der Messe auf die Förderung wertvoller Partnerschaften und Kooperationen innerhalb der Branche.

Starke Messepräsenz

Die diesjährige Veranstaltung umfasste 26 Messehallen und zog traditionell eine große Anzahl von Ausstellern aus Europa an, wie beispielsweise Italien, die Niederlande, Spanien, Deutschland und Frankreich. Im Jahr 2025 dominierte Italien klar als Hauptaussteller mit mehr als 400 teilnehmenden Unternehmen auf dem Forum.

Gemüse

Die Messe verzeichnete auch eine Rekordbeteiligung von Ausstellern von Frischobst und -gemüse aus China, der Türkei, Ägypten und Peru. Die Präsenz Chinas stieg um ein Drittel, die der Türkei um 12 Prozent und die Israels – das stark in Maschinen und Technologien vertreten ist – um bemerkenswerte 20 Prozent.

Bulgarische Gewächshausproduzenten präsentierten ihre Produkte an einem gemeinsamen Gemeinschaftsstand

Der Bulgarische Verband der Gewächshausanbauer (BAGG) nahm an der Ausstellung am Stand D-20 in Halle 6.2 teil und präsentierte acht Voll- und assoziierte Mitglieder des Verbandes. Die Teilnahme Bulgariens wurde vom Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung und dem Staatsfonds "Landwirtschaft" unterstützt. Im Einklang mit dem Motto der Ausstellung "Useful Connections" bot das Forum den bulgarischen Ausstellern die Möglichkeit, ihre Märkte zu erweitern und neue, verlässliche Partnerschaften zu knüpfen.

Im Rahmen der Diskussionsrunde Future Lab, Teil des Hauptprogramms der FRUIT LOGISTICA, präsentierten bulgarische Experten innovative Lösungen zur Minimierung von Lebensmittelverschwendung und zur Erhaltung der Erträge unter widrigen klimatischen Bedingungen.

Eine unverzichtbare Plattform für Wissensaustausch

Der Obst- und Gemüsesektor agiert in einem komplexen Umfeld, geprägt von Klimawandel, geopolitischen Spannungen, steigenden Produktionskosten und sich wandelnden Verbraucherpräferenzen. In diesem Kontext bot die Messe ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit mehr als hundert Speakern, die auf den fünf Bühnen der Ausstellung neue Ideen präsentierten. Tatsächlich konnten Besucher nirgendwo sonst auf der Welt ein so umfassendes Programm finden, das sich auf Trends und Innovationen in der Frischeproduktbranche konzentriert.

Das Panel Fresh Produce untersuchte zentrale Herausforderungen der Branche, wie Nachhaltigkeit in der Lieferkette und regulatorische Veränderungen, während das Future Lab innovative Lösungen zur Sicherung der Erträge trotz extremer Wetterbedingungen vorstellte. Die Panels Tech Stage, Logistics Hub und Farming Forward konzentrierten sich auf branchenbezogene Themen wie Verpackung, effiziente Logistik und Fortschritte in der nachhaltigen Landwirtschaft.

Spannende Technologien

In diesem Jahr war die Halle mit der Startup World äußerst beliebt, wo während der gesamten Messe in Berlin erstmals neue Technologien in der Landwirtschaft präsentiert wurden. Verschiedene Technologien in den Bereichen Agrartechnologie, Digital Farming, Pflanzenanbau und -schutz sowie Nacherntelösungen wurden an einem Ort zusammengeführt.

Start-ups aus der ganzen Welt zeigten innovative Lösungen, die Digitalisierung, künstliche Intelligenz und moderne Sensortechnologien nutzen, um die Produktion effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

In der Startup World in Halle 3.1 bot die FRUIT LOGISTICA jungen Unternehmen die Möglichkeit, sich mit Branchenführern, potenziellen Partnern und internationalen Messebesuchern zu vernetzen und wertvolle Geschäftsbeziehungen aufzubauen.

Innovation

Die FRUIT LOGISTICA 2025 Innovation Awards

Der Höhepunkt der Messe in Berlin ist die Verleihung der jährlichen Innovation Awards, die traditionell am letzten Messetag stattfindet.

Die Preisverleihung fand in diesem Jahr am 7. Februar 2025 auf der Sonderausstellung FLIA Technology zwischen den Hallen 1.1 und 2.1 statt.

Onix

Die attraktive Zitrusfrucht ONIX™ wurde von der Jury einstimmig zum Gewinner des FLIA 2025 Innovationswettbewerbs gekürt. Die in Spanien entwickelten ONIX™-Orangen sind kleiner – 85–105 mm – und werden lose oder in Packungen zu 3 oder 5 Stück angeboten. Ihr Aussehen erinnert an ein Leuchten mit Farben von Hellorange bis Tiefburgunder. Die Frucht ist kernlos und reich an Antioxidantien. Die ONIX™-Zitrusfrucht vereint hervorragenden Geschmack mit einem attraktiven Handelsaussehen, was sie nicht nur für den direkten Verzehr, sondern auch für Gerichte, Desserts und Getränke geeignet macht.

Die Farm

In der Kategorie FLIA Technology wurde der erste Preis an das israelische Unternehmen Fermata Technology für seine Croptimus™-Lösung für den Gewächshausgemüseanbau verliehen. Kleine Kameras, die an verschiedenen Stellen im Gewächshaus platziert sind, zeichnen kontinuierlich in einer realen Umgebung die Veränderungen auf, die während des Anbaus von Gemüsekulturen auftreten. Die Daten werden mit einem auf künstlicher Intelligenz basierenden System gesammelt, verarbeitet und analysiert, das Krankheiten und Schädlinge identifizieren kann, noch bevor sie zu einem ernsthaften Problem für den Produzenten werden. So hilft Croptimus™ Landwirten, Kosten zu senken und Ertragsverluste zu minimieren.

Unter den Nominierten für den FLIA 2025 Innovation Award fanden sich auch interessante Vorschläge, die Trends in der Produktion und im Handel von frischem Gemüse und Obst hervorheben:

Erdbeeren

„ALDIna“ ist eine Erdbeersorte, die speziell für die deutsche Lebensmitteleinzelhandelskette Aldi Süd entwickelt wurde. In Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Partner Frutania werden ALDIna-Erdbeeren ausschließlich in Deutschland von Landwirten aus dem ganzen Land angebaut. Diese Kooperation gewährleistet die Lieferung frischer Früchte von regionalen Unternehmen an den Einzelhandel großer Lebensmittelketten in kürzester Zeit.

Die Anbaumethoden der deutschen Betriebe ermöglichen es, geschmackvolle Erdbeeren von Anfang April bis Ende Dezember zu liefern. Sie werden nach dem Prinzip des kontrollierten integrierten Anbaus produziert, was bedeutet, dass Nützlinge eingesetzt werden.

Mandarine

Die Spanier verändern die mit dem Halloween-Fest verbundenen Traditionen komplett und führen eine Mandarine in Form eines Kürbisses ein. Süß, kernlos und leicht zu schälen, ist Halloweena™ auf gesunde Ernährung ausgerichtet, selbst an Feiertagen. Die markante Schale der Frucht macht sie zu einem unwiderstehlichen Leckerbissen für Kinder und Erwachsene. Die Frucht soll im Herbst in den Einzelhandelsketten des Landes eingeführt werden.

Avocado

Der Appetit Europas auf Superfoods ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Avocado ist eine der Kulturen, die zunehmend in der europäischen Ernährung präsent ist und sich zu einer etablierten nachhaltigen Wahl in den Trends zu gesunder Ernährung entwickelt. Prognosen zufolge wird die erwartete Marktgröße für diese Kultur bis 2029 über 3 Milliarden Euro liegen.

Der Avocadoanbau erfordert viel Wasser, das aufgrund des Klimawandels in vielen Regionen der Welt immer knapper wird. Eosta aus den Niederlanden bietet eine nachhaltige Lösung an: Organic Raingrown Avocado. Die Organic Raingrown Avocado wird ohne zusätzliche Bewässerung, ausschließlich mit Regenwasser, angebaut. Auch Pestizide und Düngemittel werden bei der Produktion der Organic Raingrown Avocado nicht verwendet. Diese umweltfreundliche Methode spart wertvolle Wasserressourcen und reduziert den ökologischen Fußabdruck.

Kohl

Die neueste Ergänzung im Portfolio des niederländischen Unternehmens Bejo, einem führenden Züchter von Gemüsesaatgut, ist der Wirsingkohl „Samanta F1“. Die Sorte hat einen leicht süßlichen Geschmack und ist reich an Ballaststoffen und Vitaminen.

Samanta F1 hat eine frisch grüne Farbe, eine kompakte Form und eine lange Haltbarkeit.

Das macht sie ideal für Salate, Pfannengerichte und zum Grillen.

Zudem ist „Samanta F1“ für Verbraucher praktisch: Sie lässt sich leicht schneiden, handhaben und verpacken.


*Wirsingkohl gehört zur Ordnung der Kreuzblütler. Seine Blätter sind zart, gekräuselt und wirken sogar runzlig mit kleinen Bläschen, gefärbt in verschiedenen Grüntönen.

Wirsingkohl stammt aus der Mittelmeerregion. Er wurde erstmals im 16. Jahrhundert in Italien in großen Mengen angebaut. Allmählich verbreitete er sich in Norditalien und Frankreich. Wirsingkohl bevorzugt ein warmes und trockenes Klima und wird heute hauptsächlich in China, aber auch in Indien, Russland und Südkorea angebaut. Unter günstigen Bedingungen kann er auch in heimischen Gewächshäusern angebaut werden.

Wirsingkohl gilt sowohl als Frühjahrs- als auch als Herbst-Winter-Gemüse. Er wird von März bis August und von August bis November verkauft. Außerhalb der Saison wird er importiert, sodass er das ganze Jahr über erhältlich ist. Er ist eine gute Quelle für Vitamin C. Wirsingkohl enthält auch große Mengen an B-Vitaminen und verschiedenen Mineralstoffen, die für den Stoffwechsel sehr förderlich sind.

Im Gegensatz zu Weißkohl wird Wirsingkohl nur frisch verzehrt. Man kann ihn für leckere Salate verwenden. Dieser Kohl kann auch bei der Zubereitung verschiedener Gerichte verwendet werden. Er eignet sich als Beilage für Vorspeisen oder Hauptgerichte, kann aber nicht konserviert werden.


Fotos © Messe Berlin GmbH