Schützen Sie die Pflanzen - bewahren Sie das Leben
Author(s): Растителна защита
Date: 18.01.2025
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Am 16. Januar 1896 erließ Zar Ferdinand ein Dekret zur Verkündung des Gesetzes zur Bekämpfung der Reblaus. Dieses Ereignis markierte den Beginn des staatlich organisierten Pflanzenschutzes in unserem Land.
Unter dem Motto „Pflanzen schützen – Leben erhalten“ fand eine wissenschaftliche Konferenz im Rahmen der Feierlichkeiten zum Berufsfeiertag der Pflanzenschutzagronomen in Bulgarien statt, die von der Landwirtschaftlichen Universität ausgerichtet wurde, die in diesem Jahr ihr 80-jähriges Bestehen feiert.

Foto © Landwirtschaftliche Universität – Plovdiv
Der emblematische Saal Nr. 7 der Fakultät für Pflanzenschutz und Agroökologie in Plovdiv versammelte ein diverses Publikum. Angesehene Wissenschaftler, Dozenten, Verwaltungsmitarbeiter, Agronomen, Vertreter der Wirtschaft und Studierende waren anwesend. Die Feier wurde auch von zwei ehemaligen Ministern für Landwirtschaft und Forsten geehrt – Prof. Hristo Bozukov und Prof. Dimitar Grekov.
Eine Ansprache an das versammelte Publikum hielt Assoc. Prof. Boriana Ivanova, PhD, Rektorin der Landwirtschaftlichen Universität in Plovdiv.

Assoc. Prof. Boriana Ivanova, PhD, Rektorin der Landwirtschaftlichen Universität in Plovdiv, Neli Yordanova – Generaldirektorin des ARIB (Verband der Pflanzenschutzindustrie – Bulgarien) und Assoc. Prof. Yordanka Kartalska, PhD, Dekanin der Fakultät für Pflanzenschutz und Agroökologie, Foto © Landwirtschaftliche Universität – Plovdiv
Die globale Landwirtschaft bestimme heute, so Assoc. Prof. Ivanova, das Schicksal der Menschheit. Unter Bedingungen eines unsicheren und sich wandelnden klimatischen und phytosanitären Umfelds, während die Weltbevölkerung sich 9 Milliarden nähert und die Ackerflächen schrumpfen, stehe die Landwirtschaft vor einem unausweichlichen Dilemma – sie müsse nachhaltig und verlässlich hochwertige Erzeugnisse zu angemessenen Preisen produzieren. In dieser globalen Mission komme den Pflanzenschutzagronomen eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung des Gesundheitszustands der Pflanzen innerhalb des komplexen Mechanismus der Nahrungskette zu.
Die bulgarische Agrarwissenschaft, die bulgarische agrarische Ausbildung und die bulgarischen Agronomen, Absolventen der Fakultät für Pflanzenschutz und Agroökologie, beteiligen sich aktiv an der dritten „grünen Revolution“, die auf dem Alten Kontinent im Gange sei. Diese großangelegte Transformation umfasse radikale Veränderungen in der Philosophie des Pflanzenschutzes. Es würden neue Ideen, technologische Durchbrüche und Strategien zur Einhaltung hoher Umwelt- und Gesundheitsstandards generiert.

Prof. Rumen Tomov, PhD, Dekan der Agronomischen Fakultät der Forstuniversität Sofia, Foto © Landwirtschaftliche Universität – Plovdiv
Grußworte zum Anlass des Feiertags übermittelten auch einige der offiziellen Gäste der Veranstaltung, darunter Prof. Rumen Tomov, PhD, Dekan der Agronomischen Fakultät der Forstuniversität Sofia, Assoc. Prof. Petar Nikolov vom Bulgarischen Verband für Pflanzenschutz, Bozhidar Petkov vom Verband für biologischen Pflanzenschutz und organische Düngung sowie Neli Yordanova, Direktorin des Verbands der Pflanzenschutzindustrie Bulgarien.
Im nachfolgenden Informationsformat veröffentlichen wir kurze Auszüge aus den auf der wissenschaftlichen Konferenz vorgestellten thematischen Berichten. Deren Autoren haben zugestimmt, unseren Lesern Details zu den jeweiligen Themen im Zusammenhang mit den neuen EU-Verordnungen im Pflanzenschutz zur Verfügung zu stellen.
Assoc. Prof. Yordanka Kartalska, PhD, Dekanin der Fakultät für Pflanzenschutz und Agroökologie
Thema: „Anwendung nützlicher Mikroorganismen im Pflanzenschutz“
Der EU-„Green Deal“ sieht vor, dass chemische Produkte im Pflanzenschutz in der Gemeinschaft bis 2030 um 50 % reduziert werden. Die Alternative? Biopestizide auf Basis von Mikroorganismen – Bakterien, Viren, Hefen, biochemische Produkte (z.B. Kaliumkarbonat), SMC – synthetische mikrobielle Gemeinschaften. In diesem Zusammenhang gilt eine neue EU-Verordnung – 1438/22. Der Unterschied zwischen chemischen Produkten und Biopestiziden wurde definiert. Eines der Hauptziele der neuen Verordnung ist es, dass Biopestizide schneller auf den Markt gelangen und die mit ihrer Anwendung verbundenen Risiken minimiert werden.
Prof. Rumen Tomov, PhD, Dekan der Agronomischen Fakultät der Forstuniversität in Sofia.
Thema: Invasive wirbellose Arten, die die Landwirtschaft bedrohen, zwischen zwei EU-Verordnungen: Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über invasive gebietsfremde Arten und Verordnung (EU) Nr. 2031/2016 über Quarantäneschädlinge
Die Landwirtschaft ist ein Hauptfaktor für die Bewegung von landwirtschaftlichen und Zierpflanzen, Schädlingen, Nützlingen und mikrobiellen Bioagern. Eine klare Definition von Bewegung: Freisetzung (Entkommen aus einer kontrollierten Umgebung), Transport kontaminierter Waren, Transport versehentlich eingeführter Organismen. Autobahnen sind eine Hauptquelle für die Verbreitung invasiver Schädlinge (Samen, Pathogene, Schädlinge).
Es ist wichtig, sich zukünftiger Bedrohungen bewusst zu sein und diese frühzeitig zu erkennen:
Neuseeländischer Strudelwurm. Ein Räuber, der sich von anderen Würmern ernährt – primär vom Regenwurm, der für die Landwirtschaft besonders wichtig ist!
Wie verbreitet er sich? Durch Erde, Zwiebeln, Setzlinge.
Invasive Ameisen:
Rote Feuerameise – aggressiv. Sie greift bei Kontakt auch Menschen an. Sie wurde in Italien – Sizilien – registriert. Sie schädigt Gemüsekulturen und Zierpflanzen. Entomologen zufolge wird sich dieser Schädling sowohl als invasiv als auch gleichzeitig als quarantänerelevant erweisen.
Tropische Feuerameise – in den Niederlanden „aufgespürt“. Mit anderen Worten: Wir können sie in Bulgarien erwarten!
Schwarze importierte Feuerameise
Kleine Feuerameise – eine der 100 gefährlichsten invasiven Arten der Welt. Sie wurde in Südfrankreich beobachtet.

Asiatische Hornisse – tötet Bienen! 2024 wurde sie in Tschechien gefunden. Prognose: Sie könnte mit Waren eingeschleppt werden, die nicht der phytosanitären Kontrolle unterliegen.
Invasive Arten, deren Aktivität und Unvorhersehbarkeit mit dem globalen Klimawandel zunehmen, sind Gegenstand der Studie in der sogenannten Bürgerwissenschaft.
Francesca Idrau, Generaldirektorin von ARIG (Verband der Pflanzenschutzindustrie – Griechenland) und Neli Yordanova – Generaldirektorin von ARIB (Verband der Pflanzenschutzindustrie – Bulgarien)
Thema: Ein innovatives digitales Tool zur Unterstützung der neuen EU-Gesetzgebung und der modernen Landwirtschaft.
Eine neue Verordnung zur Kennzeichnung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) soll eingeführt werden, die die Verordnung (EU) Nr. 547/2011 ersetzen wird. Der Entwurf der neuen Verordnung liegt bereits vor und wird am 3. Februar 2025 diskutiert. Ihre Einführung ist für den 1. Januar 2026 geplant.
CropLife Europe (der Europäische Pflanzenschutzverband) äußert Bedenken, dass analoge Etiketten nicht ausreichend Klarheit bieten, dass das Farbschema der Etiketten schwer verständlich ist und dass auch das Piktogramm für Bienengefährdung/-sicherheit problematisch sei.
Anfang April 2024 kündigte der Europäische Pflanzenschutzverband (CropLife Europe) die Einführung von AgriGuide an, eines innovativen digitalen Tools, das die Datenerfassung für konventionelle und biologische Pflanzenschutzmittel optimieren soll. Das von CropLife Europe gesponserte Tool zielt darauf ab, die komplexen Vorschriften, mit denen Landwirte konfrontiert sind, zu vereinfachen, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und die Sicherheit und Umweltverträglichkeit der landwirtschaftlichen Produktion zu verbessern.

Die Pilotplattform wird zunächst in Deutschland, Italien und Rumänien eingeführt. Das Ziel ist, dass AgriGuide in allen EU-Ländern implementiert wird. Zu diesem Zweck sind die 27 Mitgliedstaaten in Cluster gruppiert, die auf der Grundlage des Intensitätsniveaus der landwirtschaftlichen Produktion, ihres Profils, der Mentalität und anderer Faktoren gebildet werden. Bulgarien ist in einer Gruppe mit Griechenland, Zypern, Slowenien und Kroatien. Jedes Land bildet eine Arbeitsgruppe und ernennt einen nationalen Koordinator. ARIB ist der bulgarische Koordinator.
Die neue Pflanzenschutz-Anwendung „AgriGuide“ umfasst eine Smartphone-App und eine Webanwendung. So bündelt AgriGuide alle Informationen, die Landwirte für die korrekte und nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln wissen müssen.
Die Digitalisierung im Pflanzenschutz wird Teil einer paneuropäischen Datenbank sein, die es Landwirten ermöglicht, Pflanzenschutzmittel sicher und im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen anzuwenden, ohne Dokumente und Vorschriften vor Ort suchen zu müssen.
So funktioniert AgriGuide: In der ersten Phase erhalten Landwirte alle notwendigen Informationen zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln durch Scannen des Produktetiketts. AgriGuide wird ihnen dann anwendungsspezifische Anweisungen für die jeweilige Kultur liefern, die sie anbauen. Der Nutzer erhält Informationen zu den Bedingungen, unter denen das ausgewählte Pflanzenschutzmittel auf seinem spezifischen Feld angewendet werden darf. Darüber hinaus wird AgriGuide in Zukunft Daten zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln führen und so die von der Europäischen Kommission geforderte „elektronische Aufzeichnung“ der Pflanzenschutzmittelanwendung unterstützen. Dafür muss über eine Schnittstelle die Interoperabilität mit Farm-Management-Informationssystemen (FMIS) und Maschinen sichergestellt werden. Alle gesammelten Daten bleiben jedoch Eigentum des Landwirts. AgriGuide ist kostenlos und wird ab dem nächsten Jahr für alle Interessierten verfügbar sein. Ab 2025 werden die AgriGuide-App und das Web-Tool allen Landwirten in Deutschland zur Verfügung stehen.
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