Integrierte Produktion von Getreide und Sonnenblumen

Author(s): Растителна защита
Date: 26.12.2024      820

Das Ministerium für Landwirtschaft hat eine Leitlinie für die Integrierte Produktion von Getreidekulturen und Sonnenblumen veröffentlicht. Zu den wichtigsten Getreidekulturen zählen Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Mais sowie Sonnenblumen.

Das Dokument ist das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit eines Teams von Wissenschaftlern und Experten der Landwirtschaftlichen Akademie (AA) aus den Instituten: Institut für Bodenkunde, Agrotechnologie und Pflanzenschutz "N. Puschkarow" (ISSAPP) - Sofia, Landwirtschaftsinstitut (LI)–Karnobat, Landwirtschaftsinstitut Dobrudscha (DAI)–General  Toschewo, Institut für Feldkulturen (IFC)–Tschirpan, Maisforschungsinstitut (MRI) –Knescha sowie Experten des Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung.

Das Hauptziel der Leitlinie ist es, Richtlinien für das Management der integrierten Produktion der von der Intervention „Förderung des Anbaus von klimaresistenten Sorten durch integrierte Produktionsverfahren“ im Strategieplan für die Entwicklung der Landwirtschaft erfassten Kulturengruppen bereitzustellen. Durch die bereitgestellten Informationen und Richtlinien können Erzeuger die negativen Auswirkungen auf die Umwelt verringern, ihre Produktionskosten optimieren und die Widerstandsfähigkeit der Kulturen gegenüber Klimawandel und Schädlingen erhöhen.

Zur Erleichterung der Nutzer enthält die Leitlinie Links zu Dokumenten und Listen von Grundstoffen, Wirkstoffen mit geringem Risiko, Wirkstoffen, die für eine Substitution in Betracht kommen, zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, Pheromonen, biologischen Kontrollorganismen und solchen, die in Bulgarien zugelassen sind.

Integrierte  Produktion ist ein System zur Erzeugung von Pflanzen und pflanzlichen Erzeugnissen durch Anwendung der spezifischen Grundsätze des  integrierten Pflanzenschutzes. Bei der integrierten Produktion von Pflanzen und pflanzlichen Erzeugnissen haben biologische Kontrollorganismen, Grundstoffe, Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Mikroorganismen, Pflanzenschutzmittel mit geringem Risiko und Pheromone Vorrang.

Integrierter Pflanzenschutz (IPS) ist die sorgfältige Abwägung aller verfügbaren Pflanzenschutzverfahren und die anschließende Integration geeigneter Maßnahmen, die die Entwicklung von Populationen schädlicher Organismen hemmen,  den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und anderen Interventionsformen auf wirtschaftlich und ökologisch gerechtfertigtem Niveau halten und Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt verringern oder minimieren. Der Integrierte  Pflanzenschutz zielt darauf ab, gesunde  Kulturen mit möglichst geringer Störung der Agrarökosysteme  zu produzieren und natürliche  Mechanismen zur Schädlingsbekämpfung zu fördern.

Die Leitlinie legt acht Schlüsselprinzipien für das Schädlingsmanagement fest. Nachfolgend sind einige der wichtigsten Aspekte aufgeführt:

1. Vorbeugung und Unterdrückung schädlicher Organismen durch Fruchtfolge, agrotechnische Maßnahmen, Hygienemaßnahmen, die Verwendung resistenter/toleranter Pflanzensorten und Standard-/zertifiziertes Saat- und Pflanzgut, ausgewogene Düngung, Kalkung, Bewässerungs- und Drainagepraktiken sowie die Erhaltung  und Förderung  von  nützlichen  Organismen.

2. Überwachung schädlicher Organismen mit Hilfe wissenschaftlich fundierter Systeme zur Prognose und Früherkennung.

3. Entscheidungsfindung auf der Grundlage von Überwachung unter Verwendung festgelegter wirtschaftlicher Schadensschwellen.

4. Vorrang für nachhaltige biologische und physikalische Methoden gegenüber chemischen, wo möglich.

5. Verwendung selektiver Pflanzenschutzmittel, die minimale Auswirkungen auf die Umwelt haben.

6. Begrenzung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln (PSM) auf das notwendige Minimum.

7. Strategien zur Verhinderung von Resistenzen bei Schadorganismen, einschließlich des Wechsels von Mitteln mit unterschiedlichen Wirkungsweisen.

8. Bewertung der Wirksamkeit der angewandten Maßnahmen auf der Grundlage von Daten aus Überwachung und PSM-Einsatz.

Die Leitlinie wurde auf der Website des Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung veröffentlicht, und die nützlichen Informationen erstrecken sich über mehr als 200 Seiten.