11. Welt-Sojabohnen-Forschungskonferenz vereint führende Wissenschaftler und Experten in Wien

Author(s): Растителна защита
Date: 19.06.2023      874

Experten aus der ganzen Welt, die Wissenschaft, Wirtschaft und Politik vertreten, kommen vom 18. bis 23. Juni in Wien zusammen, um die Herausforderungen in der Sojaproduktion zu diskutieren. Im Fokus der Welt-Soja-Konferenz stehen die wissenschaftliche Forschung zu Soja und ihre Rolle in der nachhaltigen Entwicklung – von Züchtung und Genetik über den Pflanzenbau bis hin zur Ernährung. „Soja bietet eine einzigartige Gelegenheit, tierisches Eiweiß durch hochwertiges pflanzliches Eiweiß zu ersetzen und so eine Revolution in der Ernährung herbeizuführen“, erklärt Professor Johann Vollmann von der Universität für Bodenkultur (BOKU), Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Kongresses.

Die 11. Welt-Soja-Forschungskonferenz (WSRC) hat in Österreich begonnen. Die Veranstaltung wird von der Organisation „Donau Soja“ und der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien ausgerichtet. An der internationalen Konferenz nehmen fast 800 Wissenschaftler, Lebensmittel- und Futtermittelproduzenten, Verarbeiter und Sojaexperten aus 51 Ländern teil.

Die zentralen Themen sind Züchtung, Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Verarbeitung, Innovationen und Möglichkeiten zur Erweiterung der Lieferketten.

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Die Konferenz wurde offiziell eröffnet von Professor Johann Vollmann von der Universität für Bodenkultur (BOKU), Jingyuan Xia, Direktor der Abteilung für Pflanzenproduktion und Pflanzenschutz (NSP) bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), Matthias Krön, Gründer und Präsident von Donau Soja, und dem österreichischen Bundesminister für Landwirtschaft, Norbert Totschnig.

In seiner Eröffnungsrede erklärte Professor Johann Vollmann: „Diese Konferenz ist eine Forschungskonferenz mit internationalen Teams führender Wissenschaftler aus allen wichtigen Soja produzierenden Ländern. Forschung und wissenschaftliche Zusammenarbeit zu dringenden Maßnahmen zur Minderung der negativen Auswirkungen des Klimawandels und zur Minimierung der negativen Umweltauswirkungen von Soja in seinem großflächigen Anbau für Futtermittel sind in naher Zukunft Schlüsselprioritäten für eine nachhaltige und effiziente Sojaproduktion. Dazu gehören die Reduzierung von Produktionsmitteln durch Verbesserungen der agronomischen und genetischen Effizienz, neue Wege der Verwendung von Soja als Tierfutter und nicht zuletzt eine verbesserte direkte Nutzung von Soja in der Lebensmittelindustrie. Diese Themen werden im Laufe einer Woche in der österreichischen Hauptstadt in mehr als 30 Plenarsitzungen, Workshops und Posterausstellungen behandelt.“

Von Drohnen bis zu Nahrungsergänzungsmitteln für Langlebigkeit

„Der Geschmack ist hier das Schlüsselargument“, sagt Professor Vollmann. Deshalb erforscht er seit Jahren, wie die Sojazüchtung den Geschmack verschiedener Sorten verbessern und diese subtropische Pflanze an mitteleuropäische Bedingungen anpassen kann. Forscher an der BOKU arbeiten an einem breiten Spektrum wissenschaftlicher Themen – vom Pflanzenschutz und der Züchtung bis hin zu neuen Lebensmitteltechnologien. Es werden auch spezielle Drohnen entwickelt, um zu unterscheiden, welche Sojapflanzen sich besser an veränderte Bedingungen anpassen als andere. Ein weiteres Gebiet, an dem österreichische Wissenschaftler seit Jahren arbeiten, ist die Entwicklung von Produkten, die reich an Spermidin sind – einer Anti-Aging-Verbindung, die in Sojabohnen enthalten ist.

Spermidin ist ein natürliches Polyamin, das für die Zellfunktionen des menschlichen Körpers lebenswichtig ist. Es hat die Fähigkeit, Autophagie in Zellen auszulösen. Wissenschaftler glauben, dass Spermidin eine bedeutende Rolle bei der Förderung der zellulären Langlebigkeit spielt.

Matthias Krön von Donau Soja betonte die internationale Bedeutung der Konferenz: „Soja ist der weltweit wichtigste Proteinlieferant für die direkte Lebens- und Futtermittelproduktion. Die Art und Weise, wie diese Wunderpflanze angebaut, verarbeitet, gehandelt und genutzt wird, spielt eine enorme Rolle für die Zukunft der Menschheit. Eine nachhaltige Zukunft ohne Hunger, ohne Übernutzung von Land, ohne Verlust der biologischen Vielfalt und mit Fokus auf regionale Produktion ist nur ein Teil der modernen Herausforderungen, denen sich Wissenschaftler und Sojaproduzenten stellen müssen. Wir, die Europäische Soja-Organisation, möchten in Wien gemeinsam mit Wissenschaftlern aus aller Welt, mit den größten Sojaproduzenten, -verarbeitern und Nichtregierungsorganisationen diskutieren und Lösungen finden. Unser Ziel ist es, die Produktion von lokalem Soja in Europa zu steigern, was nur mit Unterstützung der Wissenschaft erreicht werden kann.“

Jingyuan Xia von der FAO stellte ein neues Konzept vor: „Wir schlagen einen strategischen Ansatz für eine nachhaltige Sojaproduktion vor, indem Produktionssysteme optimiert und minimiert und bestehende Schlüsselherausforderungen angegangen werden. Dieses Konzept fördert die optimale Nutzung natürlicher Ressourcen und die Minimierung landwirtschaftlicher Betriebsmittel durch Diversifizierung der Anbausysteme, die Einführung von Innovationen, neuen Sorten, Technologien und integrierten Ansätzen. Auf diese Weise trägt die Verbesserung der Sojaproduktion zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung bei und fördert die internationale Zusammenarbeit zwischen den relevanten Akteuren.“

Der Bundesminister für Landwirtschaft, Norbert Totschnig, begrüßte das internationale Publikum und unterstrich die Rolle Österreichs und Europas: „Österreich ist ein kleines Land mit einer gesamten Ackerfläche von etwa 1,3 Millionen Hektar, gehört aber zu den fünf größten Soja produzierenden Ländern in der EU. Für Wien, Österreich und Europa ist es eine Ehre, dass sich die globale Soja-Wissenschaftsgemeinschaft hier trifft, um wissenschaftliche Fragen zu diskutieren und zur Ernährungssicherheit und nachhaltigen Produktion dieser wertvollen landwirtschaftlichen Kulturpflanze beizutragen. Meine Priorität ist es, das Produktionsniveau in Europa zu erhöhen, was durch die Ausweitung der Ackerfläche oder eine effizientere Nutzung von Proteinressourcen erreicht werden kann. Österreich hat bereits seine nationale Eiweißpflanzenstrategie veröffentlicht und sich auch zur gemeinsamen EU-Proteinstrategie verpflichtet.“