Glyphosat – noch ein Jahr auf dem Markt

Author(s): Растителна защита
Date: 30.11.2022      1665

Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat erhält ein weiteres Jahr uneingeschränkter Nutzung auf dem europäischen Markt.

Die Europäische Kommission hat entschieden, dass die Verlängerung der vorläufigen Zulassung für Glyphosat bis zum 15. Dezember 2023 in Kraft bleibt, berichtete die dpa unter Berufung auf einen Sprecher der EU-Kommission.

Die Entscheidung wurde noch nicht formal getroffen, dies wird jedoch bis zum 15. Dezember 2022 geschehen, wenn die bisherige EU-Zulassung für Glyphosat ausläuft.

Viele EU-Länder sind mit der Verlängerung nicht einverstanden

Laut der Kommission war sie gesetzlich verpflichtet, die Zulassung zu verlängern, selbst angesichts des Widerstands der meisten EU-Mitgliedstaaten. Es wird noch zusätzliche Zeit benötigt, damit die zuständige EU-Behörde alle notwendigen Informationen prüfen und die Sicherheit des Pflanzenschutzmittels bewerten kann. Anschließend folgen Verfahren für eine langfristige Entscheidung über das Schicksal von Glyphosat.

In Deutschland wird die Anwendung des Herbizids ab Anfang 2024 eingestellt. In anderen Mitgliedstaaten der Union gilt das sogenannte Teilverbot. So hat beispielsweise in Österreich der Nationalrat im Mai vergangenen Jahres einstimmig ein Teilverbot für Glyphosat beschlossen. Das bedeutet, dass die chemische Substanz an Orten wie Kinderspielplätzen, Parks, Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen, Gesundheitseinrichtungen, Privathäusern und kleinen Gartenflächen nicht verwendet werden darf.

Dennoch bleibt es in der Landwirtschaft zugelassen, wo es das am weitesten verbreitete Herbizid ist.


Glyphosat – offiziell für weitere 5 Jahre auf dem europäischen Markt


Glyphosat – das Unkrautvernichtungsmittel

Eingeführt vom amerikanischen Saatgutunternehmen Monsanto in den 1970er Jahren, ist Glyphosat eines der am weitesten verbreiteten Unkrautvernichtungsmittel und wird heute von vielen Unternehmen verkauft. Monsanto gehört heute zum deutschen Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer. Glyphosat wurde vor allem dafür kritisiert, angeblich Krebs zu verursachen, was der Hersteller Bayer jedoch kategorisch zurückweist. Die Verwendung von Glyphosat ist seit geraumer Zeit Gegenstand von Kontroversen. Die Zulassung des Herbizids wurde 2017 für weitere fünf Jahre in der EU genehmigt, nachdem nicht endgültig nachgewiesen werden konnte, dass es der menschlichen Gesundheit schadet.