Lass den Wein fließen, wie die Donau fließt

Author(s): Растителна защита
Date: 14.02.2022      1422

Heute feiern wir Trifon Zarezan – den Tag der Winzer und des Weines. Seit Jahrhunderten werden am 14. Februar in allen Teilen Bulgariens die Weinreben geschnitten und zu Ehren des Heiligen besondere Festtafeln gedeckt. Alle Winzer, Wirte und Gärtner feiern.

Mitte Februar ist der kalendarische Zeitpunkt, an dem wir dem Winter Lebewohl sagen und den Frühling und das Wiedererwachen des Lebens begrüßen. Wir verbinden diese Zeit auch mit dem Fest Trifon Zarezan – einem wunderbaren Brauch, der mit den ersten landwirtschaftlichen Tätigkeiten an den Reben verbunden ist und dem heiligen Trifon, dem Schutzpatron der Winzer und Weinhändler, gewidmet ist. Der Weinbau und die Weinherstellung sind auf bulgarischem Boden nicht nur eine jahrhundertealte Tradition, sondern auch eine Kunst, die der Liebe zu dieser landwirtschaftlichen Kultur gewidmet ist.

Die Tradition schreibt vor

An diesem Tag müssen die Frauen frisches Brot backen, verziert mit Teigfiguren in Form eines Weinblattes oder einer Weintraube, und ein mit Reis oder Bulgur gefülltes Huhn zubereiten. Mit Imbissen in ihren Taschen und kräftigem Wein in ihren Feldflaschen machen sich Jung und Alt auf den Weg zu den Weinbergen, um mit dem Rebmesser, das zuvor gereinigt und gut geschärft wurde, den Rebschnitt durchzuführen. Interessant ist auch der Brauch mit den Rebenschösslingen, die zusammen mit dem Beschneiden, dem Weinguss und den Segenssprüchen ein wichtiges Attribut des Festes sind. Sie werden meist im Weinberg zurückgelassen, damit die „Fülle nicht von ihm weiche“. In Nordbulgarien, in den Dörfern entlang der Donau, werden die Schösslinge in den Fluss geworfen, damit der Wein so reichlich fließen möge wie die Donau. Einer der Schösslinge wird immer zu einem Kranz geflochten, der auf der Mütze, um die Taille oder über der Schulter getragen wird. Die „Krone“ des Winzerkönigs wird ebenfalls aus Rebenschösslingen gefertigt.

Nach dem Beschneidungsritual werden die Reben mit Wein besprengt und die Anwesenden bewirten sich gegenseitig mit dem mitgebrachten Wein. Mit Kränzen aus Rebenzweigen und Liedern auf den Lippen kehren sie in ihre Häuser zurück und setzen das Freudenfest fort.

Das vollständige Ritual, mit dem Trifon Zarezan gefeiert wird, wird nur in den Regionen befolgt, in denen der Weinbau entwickelt ist. Dennoch ist der Brauch zu einem traditionellen Februar-Fest geworden, das von allen sehnlichst erwartet wird, um den guten Wein zu genießen und einem gesunden landwirtschaftlichen Jahr entgegenzusehen.

Trifon Zarezan ist auch der Tag, an dem wir uns für das Jahr eine gute Ernte, Fruchtbarkeit wünschen und die Weinberge segnen mit: „Es soll Fülle geben! Möge sie über die Schwellen fließen!“