Landwirtschaft zur Unterstützung von Ökosystemdienstleistern

Author(s): Растителна защита
Date: 02.02.2021      944

Landwirte befinden sich in einer Sackgasse aufgrund der zunehmenden regulatorischen Beschränkungen für den Einsatz von Pestiziden. Einerseits müssen sie deren Einsatz begrenzen, um die schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern. Andererseits fehlen ihnen Alternativen, die es ihnen ermöglichen würden, auf Pestizide zu verzichten. Obwohl die meisten Landwirte davon überzeugt sind, dass die Biodiversität ein wesentlicher Bestandteil eines erfolgreichen und nachhaltigen Betriebs ist, fehlt der Mehrheit das Wissen und die Werkzeuge, um biodiversitätsbasierte Praktiken umzusetzen. Darüber hinaus sind die Vorschriften und die europäische Gesetzgebung nicht an die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Erzeuger angepasst. Globalisierte Märkte und das sich wandelnde Klima gefährden die Nachhaltigkeit der meisten Betriebe.

Wenn unangemessene und weit verbreitete Praktiken angewendet werden, insbesondere solche im Zusammenhang mit dem Pflanzenschutz, werden die Anbieter von Ökosystemdienstleistungen zerstört und das Gleichgewicht der Ökosysteme gestört.

Eine Behandlung mit Pestiziden, ohne die Populationsdichte der Schädlinge zu berücksichtigen, ist oft unnötig, und durch die Beseitigung einer kleinen Anzahl von Schädlingen werden ihre natürlichen Feinde – Räuber und Parasiten – sowie alle Bestäuber unweigerlich getötet. Das Gleichgewicht wird gestört und die Wiederherstellung ist ein langsamer und schwieriger Prozess.

In Anerkennung des Potenzials von Ökosystemdienstleistungen finanziert die EU groß angelegte Projekte und führt Vorschriften zu deren Erhaltung ein. Ein solches wissenschaftliches Projekt, das im Rahmen des Programms "Horizont 2020" finanziert wird, EcoStack, zielt darauf ab, eine umweltfreundliche, wirtschaftlich und sozial nachhaltige Landwirtschaft durch die Nutzung und den Schutz der funktionellen Biodiversität zu entwickeln und zu unterstützen und damit auch die Anbieter von Ökosystemdienstleistungen zu fördern.

An dem Projekt sind 24 Partnerinstitutionen beteiligt, darunter die Landwirtschaftliche Universität in Plowdiw, aus 13 Ländern, die alle wichtigen Produktionszonen und landwirtschaftlichen Produktionssysteme (konventionell, ökologisch) in Europa abdecken. Durch den Einsatz interdisziplinärer Forschungsmethoden und unter aktiver Beteiligung aller Interessengruppen (Landwirte, Händler, Verarbeiter, politische Entscheidungsträger usw.) werden neues Wissen und neue Pflanzenproduktionssysteme sowie Konzepte zur Erzielung wirtschaftlicher und ökologischer Vorteile für Landwirte generiert und gefördert.