Weinreben-Rautenspanner – Peribatodes rhomboidaria Den et. Shiff.
Author(s): проф. д.с.н. Ангел Харизанов
Date: 12.06.2019
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Rebschädlinge – Insekten, die Winterknospen, Blütenstände und Blätter der Rebe schädigen
Der Springwurmwickler wurde erstmals 1901 von Lustner in Deutschland und 1939 von Faes in der Schweiz als Rebschädling gemeldet. Erst erheblich später wurde er in anderen europäischen Ländern als Rebschädling gemeldet. In Bulgarien wurden die ersten Schäden 1974 in den Regionen Plovdiv, Stara Zagora, Burgas und Varna beobachtet und später auch in anderen Regionen (Harizanov, 1978). Er kommt mittlerweile in fast allen Weinbaugebieten vor, ist Winzern und Fachleuten jedoch wenig bekannt.
Schadbild und wirtschaftliche Bedeutung
Die Hauptschäden werden von den überwinternden Larven verursacht, die bereits Ende März bis Anfang April aktiv werden. Sie nagen an den Knospen einjähriger Triebe und anderem Fruchtholz und fressen die darin enthaltenen Blütenstände. Der Fraß beginnt seitlich an der Knospe, wodurch sie die schlafenden Augen schädigen. Eine Larve schädigt je nach Sorte und Lufttemperatur im April mehrere bis zu 20 Knospen. Die geschädigten Knospen entwickeln sich meist nicht weiter, die Reben wachsen schwächer und tragen weniger Früchte. Nach der Entwicklung von Blättern und Trieben schädigen die Larven diese, indem sie Löcher in die Blattspreite fressen und bei jungen Trieben die Rinde verletzen. Die Art ist polyphag und schädigt auch Obst- und Waldbaumarten sowie Unkräuter, von wo aus die Falter in Weinpflanzungen einwandern können.
Kurze morphologische Merkmale
Der Falter hat graubraune Flügel mit dunkleren Querstreifen und Flecken. Mit ausgebreiteten Flügeln erreicht er 40-50 mm. Das Ei hat feine Rippen, ist länglich-oval, 0,7 mm lang und 0,4 mm breit. Seine Färbung variiert von hellgrün bis dunkelrosa und vor dem Schlüpfen – gräulich. Die Larve ist graubraun bis violettbraun. Entlang des Rückens verläuft ein schmaler Längsstreifen, der auf den ersten 3 und den letzten 3 Segmenten dunkler ist. An den Seiten verläuft je ein dunklerer Streifen längs des Körpers. Die Brustbeine sind 3 Paare, die Bauchbeine – 2 Paare. Die Larve bewegt sich, indem sie ihren Körper ähnlich wie beim Spannen eines Zollstocks krümmt, woraus der Familienname – Spanner – abgeleitet ist. Die Färbung der Larve ähnelt bei einigen Sorten der von einjährigen Trieben und anderem Fruchtholz, was sie schwer erkennbar macht. Wenn die Reben geschüttelt werden, fallen die Larven auf die Bodenoberfläche. Sie sind nach Sonnenuntergang und in der Nacht aktiv, während sie tagsüber regungslos auf den Reben verharren, mit gestrecktem Körper, angeheftet mit Brust- und Bauchbeinen an Rebteilen. Voll entwickelte Larven erreichen eine Länge von 40-60 mm.
Biologie, Ökologie und Phänologie
Die Art entwickelt eine vollständige und eine zweite unvollständige Generation pro Jahr und überwintert als 10-20 mm lange Larve unter der Rebennrinde, an der Stützstruktur, in Falllaub oder im Boden. Die überwinterten Larven werden Ende März bis Anfang April aktiv, wandern zu den Knospen und schädigen sie auf die beschriebene Weise. Nach dem Knospenaustrieb und dem Wachstum von Blättern und Trieben schädigen die Larven auch diese und entwickeln sich bis in die zweite Maihälfte, seilen sich dann an einem Spinnfaden zur Bodenoberfläche ab, graben sich 8-10 cm tief ein, bereiten eine Erdkammer vor und verpuppen sich darin. Der Flug der Falter der ersten Generation beginnt Ende Mai bis Anfang Juni und endet in der ersten Junihälfte. Die Falter sind nachtaktiv. Sie legen Eier einzeln am Stamm in Rissen, Spalten und anderen geschützten Stellen sowie an den Blättern ab, wo sie sie entlang der Adern anheften. Das Eistadium dauert je nach Temperatur und Eiablageort 5-10 Tage. Der Larvenschlupf beginnt in der zweiten Junihälfte und Anfang Juli. Die Larven fressen an Blättern und Trieben, aber der Schaden hat keine wirtschaftliche Bedeutung. Ein Teil der Larven des zweiten und dritten Stadiums zieht sich unter die alte Rinde und an andere Orte zurück, spinnt einen lockeren Kokon, geht in Diapause und verbleibt dort bis zum nächsten Frühjahr. Ein anderer Teil entwickelt sich vollständig, verpuppt sich, und Falter der zweiten Generation fliegen in der zweiten Augusthälfte und der ersten Septemberhälfte. Sie legen ihre Eier an denselben Orten ab wie die Falter der ersten Generation. Die Larven fressen sich bis zum zweiten Stadium und begeben sich dann zu ihren Überwinterungsplätzen.
Bekämpfung
Die wirtschaftlichen Schadensschwellen sind dieselben wie für den Einbindigen Traubenwickler. Die Art tritt normalerweise in geringer Zahl auf, und eine spezifische Bekämpfung ist nicht notwendig. Die gegen den Bekreuzten Traubenwickler und den Heuwurm eingesetzten Produkte sind auch gegen ihn wirksam.
