Die UN-Klimakonferenz findet in Bonn statt

Author(s): Нора Иванова, Редактор Растителна Защита /РЗ/
Date: 14.11.2017      2160

Bonn Vom 6. bis 17. November findet in Bonn die UN-Klimakonferenz statt. Im Rahmen der Veranstaltung werden neue Regeln für die operative Umsetzung des Pariser Abkommens von 2015 vorgeschlagen, die 2018 auf der nächsten Klimakonferenz in Katowice, Polen, endgültig verabschiedet werden sollen.

 

Die dreiundzwanzigste Sitzung der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel findet bereits seit einer Woche in Bonn statt, das als Veranstaltungsort gewählt wurde, weil sich dort der Sitz des Sekretariats der Rahmenkonvention befindet. Den Vorsitz der Veranstaltung übernahm Fidschi, doch aufgrund mangelnder Kapazitäten des Inselstaates bot Deutschland an, sie auszurichten. Während der Konferenz gibt es etwa 400 organisierte Veranstaltungen, und zu den registrierten verschiedenen Teilnehmern gehören nicht nur Vertreter von Umweltorganisationen, sondern auch Energieunternehmen und europäische Institutionen, die für die künftige Umsetzung des geschlossenen Klimaabkommens verantwortlich sind.

Ein zentrales Thema wird die Einrichtung eines einheitlichen Mechanismus zur Bewertung der Anstrengungen der verschiedenen Länder im Kampf gegen die globale Erwärmung sein, sowie der sogenannte „erleichternde Dialog“ zwischen den einzelnen Ländern. Neben dem Pariser Abkommen hat das Treffen in Bonn das ehrgeizige Ziel, dass sich die einzelnen Staaten auf gemeinsame Ziele im Bereich Klima verpflichten. Letzten Freitag forderte die UN-Klimachefin Patricia Espinosa die EU auf, sich aktiver mit Klimawandelthemen zu befassen.

In den Gesprächen wird es auch um den sogenannten Grünen Klimafonds gehen, dessen Zweck die Finanzierung von Entwicklungsländern bei ihrer Reaktion auf den Klimawandel ist. Trotz der zugesagten 100 Milliarden Dollar für den Fonds wurden bisher etwa 2,5 Milliarden ausgezahlt, hauptsächlich an internationale Organisationen oder UN-Agenturen. Die Forderung einer Reihe afrikanischer Länder ist, dass der Prozess der Antragsprüfung vereinfacht und eine schnellere Auszahlung der Mittel für genehmigte Projekte sichergestellt wird.

 

Die USA und ihr Austritt aus dem Abkommen

Nach Donald Trumps Entscheidung im Sommer, sein Land aus dem Abkommen zurückzuziehen und die Finanzierung des Grünen Klimafonds einzustellen, begannen sich die teilnehmenden Staaten zu fragen, ob ein solches globales Abkommen überhaupt ohne die Anwesenheit eines seiner Hauptakteure in Kraft treten könnte. Vorerst setzen alle Länder, die in Paris unterzeichnet haben, weiterhin auf einen gemeinsamen Dialog zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und versuchen, die USA von der Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen zum Schutz des Klimas zu überzeugen.

Zu Beginn der Konferenz wurde ein Bericht vorgestellt, der von 13 amerikanischen Umweltinstitutionen unterzeichnet wurde und in dem die globale Erwärmung ausschließlich als Folge menschlicher Aktivität wahrgenommen wird. Weiter warnen die Autoren des Berichts vor einem möglichen Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 2,44 m bis zum Jahr 2100.

Gleichzeitig hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt begonnen, die industrielle Verschmutzung aktiv zu begrenzen, wobei viele Fabriken im Land nach gründlichen Inspektionen geschlossen wurden. Während des Kongresses der Kommunistischen Partei Chinas wurde beschlossen, dass die Konzentration von Feinstaub in der Atmosphäre von 47 Mikrogramm pro Kubikzentimeter im Jahr 2016 auf 35 Mikrogramm pro Kubikzentimeter im Jahr 2035 gesenkt werden soll.

 

3 Grad Celsius

Genau zwei Jahre später ähnelt das Schicksal des Pariser Klimaabkommens zunehmend dem des gescheiterten Kyoto-Protokolls, das 1997 neben der UN-Rahmenkonvention das erste globale Umweltabkommen war. Die Differenz zwischen den auf den Konferenzen gemachten Versprechungen und der Realität zeigt die enorme Lücke zwischen Absichten und der Umsetzung konkreter Ziele.

Und während die Führer der großen Weltwirtschaftsmächte mit der Geduld aller Betroffenen spielen, übt die industrielle Verschmutzung zunehmend negative Auswirkungen auf die Natur aus. Laut dem neuesten UN-Bericht wird die globale Temperatur bei derzeitigem Tempo der industriellen Entwicklung bis zum Ende des Jahrzehnts um 3 Grad Celsius steigen.

 

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