''Neue Katastrophe: BFSA erklärt Notstand aufgrund von marokkanischen Heuschrecken, landwirtschaftliche Flächen in Südostbulgarien bereits betroffen''
Author(s): Растителна защита
Date: 31.05.2026
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Die bulgarische Agentur für Lebensmittelsicherheit (BFSA) ergreift dringende Maßnahmen zur Bekämpfung der marokkanischen Heuschrecke (Dociostaurus maroccanus) in der Region Blagoewgrad. Auf Vorschlag des Exekutivdirektors der BFSA erließ der Minister für Landwirtschaft und Ernährung am 22.05.2026 eine Anordnung, die einen Kalamitätszustand feststellt. Obwohl erste Daten darauf hindeuteten, dass hauptsächlich Wiesen, Weiden und Brachflächen in den Gemeinden Petritsch und Sandanski betroffen waren, änderte sich die Lage Ende des Monats, und die Heuschrecke hat nun auch landwirtschaftliche Nutzflächen befallen.
In der Gemeinde Petritsch wurde durch Anordnung von Bürgermeister Dimitar Brichkov der teilweise Ausnahmezustand ausgerufen. Der Grund für diese Maßnahme ist genau der Befall durch die marokkanische Heuschrecke, der landwirtschaftliche Gebiete schwer geschädigt hat.
Betroffene Gebiete und anstehende Maßnahmen
Insgesamt 1500 Dekar sind die betroffenen Geländeflächen, die sich in den Ländereien von zwei Dörfern befinden. Der Schädlingsbefall konzentriert sich hauptsächlich auf die Gemarkung des Dorfes General Todorow, wo 1200 Dekar betroffen sind. In der Gemarkung des Dorfes Marikostinowo ist die Fläche kleiner – 300 Dekar.
Die regionale Direktion für Lebensmittelsicherheit (RFSD) – Blagoewgrad unterstützt die Gemeinde- und Regionalbehörden bei der Umsetzung von Pflanzenschutzmaßnahmen. Der Zeitraum für die Anwendung von Bekämpfungsmaßnahmen gegen die marokkanische Heuschrecke dauert bis zum 30. Juni 2026.
Die Gemeinde Petritsch hat bereits die Behandlung der Geländeflächen organisiert, und die erforderliche Vorbereitung für die Behandlung wird voraussichtlich geliefert. Bei günstigen Wetterbedingungen wird die Besprühung zu Beginn der nächsten Woche beginnen. Es werden nur zugelassene Pflanzenschutzmittel ausgebracht. Nach der Behandlung wird eine siebentägige Quarantänezeit verhängt. Weitere Informationen zum genauen Beginn des Behandlungsprozesses werden unverzüglich nach Eingang der Vorbereitung veröffentlicht.
Warnung an die Landwirte
Die Behandlung der betroffenen Gebiete erfolgt unter strikter Einhaltung aller notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit von Menschen, Tieren, Bienen und Wasserorganismen.
Die Behörden weisen Viehhalter und Personen, die Bienenvölker halten, an, die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen:
- Während der siebentägigen Quarantänezeit dürfen Tiere nicht außerhalb der Höfe freigelassen werden, um Risiken für ihre Gesundheit zu vermeiden.
- Die BFSA fordert Bienenvölkerbesitzer auf, ständigen Kontakt mit den Bürgermeistern der Ortschaften zu halten, um rechtzeitig Informationen über anstehende Behandlungen zu erhalten und ihre Bienen zu schützen.
Warum ist die marokkanische Heuschrecke so gefährlich?

Die marokkanische Heuschrecke (Dociostaurus maroccanus) ist eine Art aus der Familie der Feldheuschrecken (Acrididae), die weltweit verbreitet ist und überall in unserem Land vorkommt.
- Aussehen und Herkunft: Sie ist deutlich kleiner als die Wüstenheuschrecke. Ihr charakteristisches Merkmal ist das dunkle X-förmige Muster auf dem Rücken. Die Art kommt hauptsächlich in Nordafrika, dem Nahen Osten, Zentralasien und Südeuropa, einschließlich des Balkans, vor. Sie ist keine invasive Art für Europa, sondern historisch präsent, wobei Bulgarien am Rande ihres Verbreitungsgebiets liegt (mit historisch dokumentierten Invasionen in Süd- und Zentralbulgarien).
- Entwicklung: Das Insekt findet günstige Bedingungen für die Eiablage und Entwicklung auf jungfräulichen, brachliegenden Flächen und Weiden.
- Schwarmverhalten: Unter bestimmten Bedingungen kann es von einer solitären zu einer gregären Phase übergehen und Schwärme bilden. Diese bewegen sich in Schwärmen, die mehrere Kilometer Länge und Breite erreichen können.
- Schäden: Sie befällt fast alle Kulturpflanzen und bevorzugt grasartige Vegetation – Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obstkulturen und Weinberge. Bei hoher Dichte ist sie in der Lage, die Vegetation über große Flächen zu zerstören. Schwärme können Hunderte von Kilometern zurücklegen und dabei die Ernten auf ihrem Weg vernichten, wobei sie manchmal bis zu 50 km pro Tag fliegen.
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