Kritische Phasen im Raps: Effektiver Schutz vor Rapsglanzkäfern mit minimalem Risiko

Author(s): Растителна защита
Date: 15.04.2026      316

Der Anbau von Winterraps ist mit der Bewältigung einer Reihe agronomischer Herausforderungen verbunden. Seine lange Vegetationsperiode macht ihn anfällig für Angriffe verschiedener Schädlinge, aber zu den gefährlichsten Gegnern vor der Blüte wird der Rapsglanzkäfer Brassicogethes aeneus(Meligethes aeneus) kategorisch gezählt. Seine Bekämpfung erfordert von den landwirtschaftlichen Erzeugern perfekte Kenntnisse seiner Biologie, konstante Feldüberwachung und ein präzises Abwägen zwischen Ertragsschutz und Bienenschutz.

Laut Daten der regionalen Dienste "Landwirtschaft" im April wurde der Beginn des Auftretens adulter Insekten verzeichnet.Das festgestellte Befallsniveau liegt unter der Schadensschwelle in den Regionen: Widin, Kjustendil, Plewen und Plowdiw. In der Burgas Region wurde ein Befall um und leicht über der Schadensschwelle verzeichnet (3-5 adulte Käfer/m2)

Aktivierung und Schadmechanismus

Der Rapsglanzkäfer ist direkt temperaturabhängig. Die adulten Käfer werden mit der ersten Frühlingserwärmung aktiv, und wenn die Temperaturen etwa 15°C erreichen, dringen sie massenhaft in die Rapsschläge ein und beginnen, an den Blütenknospen zu fressen.

Die schwerwiegendsten und irreversiblen Schäden werden in der Phase der Knospenbildung verursacht. Um an den Pollen zu gelangen, nagen die Käfer die geschlossenen Knospen buchstäblich von außen nach innen durch. Beschädigte Knospen öffnen sich nicht – sie vertrocknen, vergilben und fallen ab, wodurch kahle Blütenstiele zurückbleiben. Dies verringert direkt die Anzahl der Schoten und zerstört das Ertragspotenzial der Kultur.

Obwohl die Larven ebenfalls an den Blütenteilen offener Blüten fressen, ist der wirtschaftlich wichtigste Zeitpunkt für die Bekämpfung vor der Massenblüte, während die Knospen noch geschlossen und anfällig sind.

Unkräuter: Der frühe Brutplatz für den Schädling

Bevor der Raps Knospen bildet, benötigen die Käfer Nahrung. Hier spielt die Unkrautvegetation eine Schlüsselrolle. Kreuzblütler-Unkräuter wie der Acker-Senf (Sinapis arvensis L.) und der Hederich (Raphanus raphanistrum L.) im und um den Schlag dienen als anfängliche Wirtsbasis. Daher ist eine effektive Unkrautbekämpfung eine grundlegende vorbeugende Maßnahme, die die Ausgangspopulation des Schädlings begrenzt.

Schadensschwellen (ETL): Wann spritzen?

Die Entscheidung für eine Behandlung sollte auf einer tatsächlichen Bonitur des Schlages basieren, nicht auf vereinzelten Beobachtungen. Vorbeugendes Spritzen ohne erreichte Schadensschwelle ist eine schlechte Praxis, die zu unnötigen Kosten führt und Resistenzen verursacht.

Die wirtschaftliche Schadensschwelle ist keine Konstante – sie wird durch das Entwicklungsstadium, die Bestandsdichte und das Gesamtpotenzial der Kultur bestimmt. Nach offiziellen Daten des Pflanzenschutzdienstes und praktischen Merkblättern sind die Richtwerte wie folgt:

Stadium "Grüne bis gelbe Knospe": 2 Käfer/Pflanze in schwächeren Beständen und 4 Käfer/Pflanze in gut entwickelten Beständen mit hohem Potenzial.

Stadium "Knospenbildung – erste gelbe Knospen": 4–6 Käfer/Pflanze.

Beginn der Blüte: über 8 Käfer/Pflanze.

In der Praxis werden auch niedrigere Schwellen angetroffen – 1 adultes Tier/Pflanze in Phase D und 2–3 adulte Tiere/Pflanze in Phase E.

Das Stadium und der Zustand der Kultur sind bei der Einschätzung für einen Eingriff entscheidend.

Produktwahl und Bekämpfung von Resistenzen

Wenn ein Eingriff nachgewiesenermaßen notwendig ist, arbeiten Sie nur mit Insektiziden, die derzeit in Bulgarien für Raps zugelassen sind, und befolgen Sie die Gebrauchsanweisungen ohne jegliche Abweichungen. In der Praxis werden Kontakt- und/oder systemische Insektizidlösungen eingesetzt. Zu den öffentlich bekannten technologischen Beispielen für Wirkstoffe gehören: Lambda-Cyhalothrin und Tau-Fluvalinat.

Um die Entwicklung von Resistenzen (die beim Rapsglanzkäfer ein ernstes Problem darstellt) zu vermeiden, ist es von entscheidender Bedeutung, die Anwendung nicht zu verzögern und Produkte mit unterschiedlichen Wirkungsweisen abzuwechseln.

Bienenschutz

Die Knospenbildungs- und Blütephase im Raps fällt mit intensivem Bienenflug zusammen. Hier liegt die größte Verantwortung des Landwirts:

Verpflichtende Benachrichtigung (EPORT): Gemäß Verordnung Nr. 13 vom 26.08.2016 sind Landwirte verpflichtet, Imker über eine bevorstehende Behandlung zu informieren. Dies muss nicht weniger als 3 Tage und nicht mehr als 15 Tage vor dem Spritztermin geschehen. Die Benachrichtigung erfolgt per SMS und/oder E-Mail an die Besitzer von Bienenständen in den jeweiligen und benachbarten Flurstücken über das EPORT-System.

Zeitfenster für die Applikation: Bei bodengebundener Applikation von Insektiziden muss die Behandlung strikt im Zeitfenster von Sonnenuntergang bis 10:00 Uhr am nächsten Tag erfolgen, wenn die Bienen nicht massenhaft fliegen.

Agrometeorologische Bedingungen: Windgeschwindigkeit, Temperaturen berücksichtigen und die erforderlichen Abstände zu Bienenständen einhalten.

Besondere Aufmerksamkeit auf Gebrauchsanweisungen: Streng auf Produkte achten, die in den BAPBG-Registern mit dem Standard-Satz "SPe8 Gefährlich für Bienen" gekennzeichnet sind, und bei der Arbeit mit diesen maximale Sicherheitsmaßnahmen anwenden.


Guter Pflanzenschutz im Raps ist derjenige, der den Ertrag erhält, ohne das fragile Gleichgewicht des Ökosystems zu zerstören und ohne die Existenzgrundlage der Imker zu gefährden.


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