Nikolay Georgiev: Ein Tomatensalat sollte so viele Farben wie möglich enthalten, um gesundheitsfördernd zu sein.
Author(s): Нора Иванова, Редактор Растителна Защита /РЗ/
Date: 18.02.2026
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Geosemselect ist das erste bulgarische Privatunternehmen, das im Bereich der Züchtung und Produktion von Hybridtomatensamen gegründet wurde. Das Vermächtnis des Unternehmens basiert auf der langjährigen Erfahrung von Prof. Hristo Georgiev, einem der bekanntesten Hybridtomatenzüchter, und heute wird das Unternehmen von Prof. Georgievs Enkel – Nikolai – geführt. Im vergangenen Jahr feierte Geosemselect 35 Jahre Tätigkeit und gemeinsame Teilnahme mit dem Gemüseforschungsinstitut Maritsa an einem der bekanntesten Ereignisse im Bereich der Züchtung – dem XXI. Eucarpia-Treffen der Tomaten-Arbeitsgruppe.
In einem Gespräch mit Nikolai Georgiev erinnern wir uns an die Qualität und den Geschmack der bulgarischen Tomate, die für unseren Boden und unser Klima geschaffen wurde, an die Tomatenzüchtung und an die Traditionen in den Ernährungsgewohnheiten unseres Landes.
Herr Nikolai Georgiev, was ist die schwierigste Aufgabe bei der Tomatenzüchtung und vor welchen Herausforderungen steht die moderne Tomatenzüchtung?
N.G. Tatsächlich sind Tomaten eine sehr spezifische Kultur für die Züchtung. Obwohl der Züchtungsprozess genauso lange dauert wie bei anderen Kulturen wie Weizen, Mais und Sonnenblume, zeigen Tomaten ihr Potenzial in Abhängigkeit von verschiedenen Bedingungen. Daher ist die schwierige Aufgabe, eine Sorte zu schaffen, die unter verschiedenen Bedingungen wie Klimazonen, Ländern, Böden und Anbautechnologien dieselben oder zumindest mit geringen Abweichungen Leistungskennzahlen liefert. Das ist eine der schwierigen Aufgaben; ansonsten gibt es viele Herausforderungen für die Tomatenzüchtung – immer mehr Viren, Schädlinge, Klimaveränderungen, die uns in Richtung Resistenz gegen hohe Temperaturen und Dürre sowie andere abiotische und biotische Stressfaktoren denken lassen.

Versuchsgewächshaus am Gemüseforschungsinstitut Maritsa
Was ist der Unterschied zwischen Hybriden und samenfesten Sorten, die von Geosemselect Ltd. angeboten werden?
N.G. Hybridsorten sind Hybriden der ersten Generation; sie werden durch Kreuzung zweier Elternlinien erzeugt, d.h. im Wesentlichen zwei Sorten mit einer Mutterpflanze und einer Vaterpflanze. Pollen werden von der Vaterpflanze genommen und mit der Mutterpflanze gekreuzt, und die erhaltenen Samen sind die erste Generation oder F1-Hybrid. Sie vereinen die Eigenschaften beider Eltern. Die Samen, die wir von Hybridsorten anbieten, haben den Vorteil, dass sie die positiven Eigenschaften beider Elternlinien kombiniert haben; sie sind für das bulgarische Klima geschaffen und angepasst.
Bei samenfesten Sorten wird das natürliche Prinzip befolgt, nämlich dass sich die Tomate selbst bestäubt und die nächste Generation, die sie erzeugt, identisch mit der vorherigen ist. Wir produzieren auch samenfeste Tomatensorten, die von Prof. Hristo Georgiev in Co-Autorschaft mit Prof. Bistra Atanasova vom Institut für Genetik der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften – Sofia – geschaffen wurden.
Sind bulgarische Tomatensorten auf dem europäischen Markt wettbewerbsfähig?
N.G. Ja, insbesondere auf dem Hobbymarkt und dem semiprofessionellen Markt; hier schließe ich Hochtechnologie-Gewächshäuser und konventionelle Produktion, wie sie in wohlhabenderen Ländern praktiziert wird, nicht ein. Aber einige unserer Sorten schaffen es problemlos, auf ausländische Märkte vorzudringen und sind tatsächlich bei Kunden im Ausland sehr gefragt und beliebt, hauptsächlich aufgrund ihrer Geschmackseigenschaften. In den letzten 5-6 Jahren erfreuen sich frühe Tomatensorten in Rumänien eines beneidenswerten Erfolgs.
Die Tomate ist geschmacklich traditionell für Bulgaren. Aber was mag der Bulgare, denn obwohl es dieselbe Kultur in verschiedenen Ländern ist, in denen die Tomate ein Grundnahrungsmittel ist, wie Spanien oder Italien, sind die Geschmackspräferenzen doch recht unterschiedlich.
N.G. Was ich in den letzten Jahren beobachtet habe, ist, dass der bulgarische Verbraucher eher konservativ ist; er ist nicht so geneigt, Neues auszuprobieren, anders als ein Verbraucher in Frankreich zum Beispiel. Dort habe ich beobachtet, wie sie ständig neue Geschmacksrichtungen, Farben und Kombinationen ausprobieren. In Bulgarien werden in den letzten Jahren vor allem große, rosa Tomaten gesucht, die wahrscheinlich mit den Tomaten der Großmutter assoziiert werden, aber sie entsprechen nicht unseren Traditionen aus der Vergangenheit.
Ich glaube, dass die rote Tomate aus unserer Kindheit viel typischer für den bulgarischen Tisch ist.
Der Unterschied zwischen der roten und der rosa Tomate liegt in einem Y-Gen, das für die Färbung der Haut verantwortlich ist, und in einem Flavonoid, das gelb ist. Der rosa Tomate fehlt speziell dieses Flavonoid – Naringeninchalcon, das gelb ist. Ansonsten ist der Gehalt der Substanz Lycopin in beiden Tomatensorten gleich.
Tatsächlich sind laut Literaturangaben die gesündesten Tomaten die braunen, weil sie eine große Kombination von Flavonoiden enthalten.
Wenn die Farbe anders als rot und rosa ist, zum Beispiel wie die braunen Tomaten aus Spanien, denken Bulgaren, dass diese Tomate genetisch modifiziert ist und dementsprechend ihre Aufmerksamkeit nicht verdient. Eigentlich sollte ein Tomatensalat aus möglichst vielen Farben bestehen, um gesundheitsfördernd zu sein.
Sie finden Geosemselect auch auf der AGRA 2026 (17.-21. Februar), Halle 13, Stand B5
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