Ein neuer gefährlicher Feind für Obstkulturen und Weinberge in unserem Land
Überwachung und Richtlinien für die Forschungsarbeit in den kommenden Jahren Teil 2

Author(s): проф. д-р Василий Джувинов, Института по овощарство в Пловдив; проф. д-р Христина Кутинкова, Института по овощарство в Пловдив
Date: 17.03.2015      2954

Unter den Bedingungen der US-Pazifikküste wurden in Beerenplantagen, Kirschgärten und Weinbergen 6 Fallentypen mit unterschiedlichen Formen – farblos, weiß und rot – getestet. Die Zählungen fanden von Juli bis Oktober statt, wobei der erste Flughöhepunkt Anfang September, der zweite Anfang Oktober und der dritte nach Mitte Oktober beobachtet wurde. Im Jahr 2010 wurden pro Zählung zwischen 15 und 30 Drosophiliden in einer Falle gefunden, während es 2011 wöchentlich 0 bis 5 Insekten waren, was durch die niedrigen Temperaturen erklärt werden kann, die im Winter 2010 auf bis zu minus 20°C fielen (im Osten des Bundesstaates Washington). Zu den Bekämpfungsmaßnahmen gehörte das Sammeln und Vernichten befallener Früchte in weißen oder schwarzen Polyethylensäcken durch Solarisation – sie wurden in der Sonne liegengelassen.

Nachdem 2010 durch ein Monitoring in der Provinz Trentino in Norditalien das Vorhandensein von D. suzukii festgestellt worden war, wurden Eier und Larven in den Früchten von Kirschen, Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Feigen und Weintraubensorten sowie in wild wachsenden Sträuchern rund um diese Plantagen gefunden.

In der Schweiz wurde nach der Feststellung des Vorkommens von D. suzukii im Jahr 2011 von April bis September 2012 ein nationales Monitoring in allen Verwaltungsbezirken und besonders sorgfältig in den Kantonen durchgeführt, in denen es erstmals entdeckt wurde – in den östlichen, südlichen und westlichen Regionen des Landes, unter Beteiligung von Forschern und lokalen Fachleuten. Ein Informationsbulletin wird veröffentlicht, um Landwirte zu schulen, das regelmäßig mit neuen im In- und Ausland gewonnenen Daten aktualisiert wird. Der Austausch von Informationen mit Fachleuten aus Nachbarländern – Frankreich, Italien, Österreich – sowie die Weitergabe von Wissen durch das genannte Bulletin und andere Veröffentlichungen werden als besonders wichtig erachtet. Für dieses Monitoring wurden Fallen einer Schweizer Firma getestet. Dort wird angenommen, dass es als vorbeugende Maßnahme wichtig ist, kranke Früchte weder für Kompost zu verwenden noch sie im Boden zu vergraben, sondern sie in Polyethylensäcken zu solarisieren, um die Larven in den Früchten abzutöten. Zu diesen Maßnahmen gehören auch chemische Behandlungen von wilden Wirtspflanzen rund um Obstplantagen und Weinberge.

Zu den Hygienemaßnahmen gehört der Massenfang mit Fallen, die in kurzen Abständen zueinander innerhalb der Plantage selbst aufgestellt werden. Die chemische Bekämpfung ist schwierig, weil die Früchte angegriffen werden, wenn sie reif sind, was zu ihrer Kontamination führt und die Gesetzgebung zu Pestizidrückstandshöchstwerten auf Früchten verletzt sowie das ökologische Gleichgewicht stört. Darüber hinaus entwickelt die Fliege viele Generationen pro Jahr, was ein Hinweis darauf ist, dass sich schnell Resistenzen gegen Pestizide bilden werden, und die kultivierten Wirte sind zu zahlreich, sowohl wild wachsend als auch Zierpflanzen. Bisher gibt es keine genauen Informationen darüber, wie viele Pflanzen ihre Wirte sind. In diesem Stadium wird angenommen, dass Insektizide nicht sehr wirksam sind, und Neonicotinoide haben sich bei der Bekämpfung von D. suzukii als erfolglos erwiesen. Ähnliche Ergebnisse wurden aus den USA, Italien und anderen Ländern erzielt.

In Österreich wurde die Drosophila im September 2011 in drei Regionen entdeckt – der Steiermark, Kärnten und Tirol. Ähnlich wie im benachbarten Schweiz wurde hier 2012 ein Massenmonitoring im gesamten Land durchgeführt, wobei die Hauptanstrengungen primär auf die Regionen konzentriert wurden, in denen ihr Vorkommen festgestellt worden war. Fallen einer belgischen Firma wurden an 90 Standorten im ganzen Land in Plantagen mit Erdbeeren, Himbeeren und Kirschen aufgestellt. Beobachtungen, die von Juli bis Oktober durchgeführt wurden, ergaben, dass der Flughöhepunkt im August-September lag. Innerhalb eines Jahres hatte sich dieser gefährliche Schädling innerhalb der Grenzen der genannten drei Regionen bewegt sowie etwa 200 km nach Westen in eine neue vierte Region – Vorarlberg, d.h. rund um die Stadt Innsbruck.

Richtlinien für die Forschungsarbeit in den kommenden Jahren. In jeder agroökologischen Region ist es dringend erforderlich, ein Monitoring zu organisieren, um die Verbreitungsgrenzen dieses neuen gefährlichen Quarantäneschädlings festzustellen. Anschließend sollten restriktive und hygienische Maßnahmen sowie Maßnahmen gegen eine Wiederbefall des Gebiets angewendet werden. Parallel dazu sollte die Untersuchung der Entwicklungsbiologie von Drosophila suzukii zusammen mit der phänologischen Entwicklung einzelner Wirtspflanzen beginnen.

Der nächste Schritt sollte eine Strategie zur Einleitung eines integrierten Pflanzenschutzes sein, einschließlich der Untersuchung von Möglichkeiten zur Suche nach ihren natürlichen Feinden und Parasiten ihrer Eier und Larven. Der Ansatz sollte auf eine integrierte Bekämpfung ausgerichtet sein mit dem Ziel, zu einer biologischen Kontrolle gegen D. suzukii überzugehen, unter Berücksichtigung ihrer besonderen Spezifität als Schädling und von Informationen über in anderen Ländern erzielte Ergebnisse. Pestizidbehandlungen im anfänglichen Bekämpfungsstadium könnten nur gegen fliegende erwachsene Insekten gerichtet sein, bevor sie ihre Eier auf reifende Früchte legen, sowie nach der Obsternte. Zu diesem Zweck ist es notwendig, im Land zugelassene Insektizide mit unterschiedlichen chemischen Grundlagen sowie in Kombination mit biologischen zu testen, ohne den Massenfang als Methode und andere ähnliche Bekämpfungsmethoden auszuschließen.